Mittwoch, 27. Mai 2009

Dies und das

· Käse zum Whine:
Eigentlich sind fast alle Top10-Listen von Gamesradar.com nichts weiter als billig runtergeschluderte, zT. willkürlich zusammengestellte Klickstrecken zur PI-Generierung. Diese Top10-Liste hat jedoch nicht nur meine Aufmerksamkeit, sondern auch meine vollkommene Zustimmung gefunden: The 10 most common game design mistakes

· Retro-Charme:
Dass mir für jeden guten 2D-Plattformer min. fünf absolut gräßliche, unspielbare und grundsätzlich mißratene 3D-Plattformer einfallen, ist nicht unbedingt Ausdruck meiner greisen Weigerung, mich dem Wandel der Zeiten anzupassen, sondern hat ganz objektive, rationale und logische Gründe. Nachzulesen hier: What made those old, 2D platformers so great?

· Retro-Zeitzeuge:

Gamasutra.com, Quell so manchen hochinteressanten Artikels und Interviews zu Spielen im Allgemeinen und Besonderen, präsentiert ein neues Kleinod. Ein sehr ausführliches Interview mit Tim Sweeney von Epic Games. Nein, nicht mit irgendwelchen BizDev/Presse-Fritzen wie Mark Rein. Nein, auch nicht mit irgendwelchen, den Zenit ihres Schaffens längst überschritten habenden, überschätzten "Designer-Legenden" wie CliffyB. Sondern mit Tim Sweeney, der Gründer von Epic. Ein Macher, ein Nerd, ein Progger, ein Urgestein. Vielleicht ist das Interview deswegen so lesenswert. Weil Tim nichts verkaufen möchte, weder ein neues Produkt oder die neue Unreal-Engine oder sich selbst: From The Past To The Future: Tim Sweeney Talks

Es ist übrigens immer wieder interessant zu sehen, wie die "Qualitäts"-Presse dieses Interview auf nur die letzten paar Absätze zusammendampft, bzw. wie man ohne groß nachzudenken, einfach nur Agenturmeldungen in's hauseigene CMS ballert. Ich mein ja nur ... :)

16 Kommentare:

Khobar hat gesagt…

Interessante Einblicke. :)

Jedoch fällt mir dabei ein, was mich in letzter Zeit immer häufiger aufregt: Ich weiß nicht wie es in euren Freundeskreisen bzw. Altersgruppen ausschaut, aber in meinem (19 Lenzen) sieht es düster aus, wenn ich jemandem etwas nahe lege, sobald der Text auf Englisch ist. Da ist Englisch schon lange ein Pflichtfach und trotzdem können es unzählige Menschen nicht einmal LESEN.

Ich gebe nicht allen automatisch die Schuld, mein gutes Englisch ist auch nur geringfügig auf die Schule zu schieben, sondern eher auf mein Verlangen danach, viele Filme und vor allem Texte in Englisch zu genießen. Und es stimmt mich dann einfach traurig, wenn jemand nicht mit mir lachen kann, einfach weil er/sie die Sprache nicht versteht.

Harzzach hat gesagt…

Der Unwillen Englisch zu lesen oder zu verstehen, liegt schlichtweg daran, dass es hierzulande nicht notwendig ist. So gut wie jeder Film, jedes Buch oder Spiel gibt es irgendwann auf Deutsch. Und wenn nicht, gibt es andere deutschsprachige Inhalte, so dass man sich gar nicht mit dieser Sprache auseinandersetzen muss.

Die Faulheit ist ein mächtiger Verbündeter :)

Look hat gesagt…

Sprache verstehen und Witze verstehen sind zwei paar Schuhe - letzteres ist sehr, sehr viel schwerer, weil dazu noch ein großer Packen an Slang und Sprichworten kommt (der nicht gelehrt wird), sowie kultur/landesbedingte Eigenheiten was Kopien, Hommagen usw. anbelangt (auch ein Ami versteht die Anspielung eines "äh" Stoibers nicht, weil er Stoiber nicht kennt).

Atreyu hat gesagt…

Ich kann Reviews prinzipiell nur auf Englisch schauen, es gibt einfach keine unterhaltsamen in der deutschen Sprache.
Und sicher: Ich KÖNNTE auch englische Texte lesen, aber dazu bin ich meist wirklich zu faul.

Tja, Harzzach ist schuld, weil er's ja im Prinzip doch wieder auf deutsch zusammenfasst.
=)

Harzzach hat gesagt…

Gut, das nächste Mal "übersetze" ich genau das Gegenteil von dem, was im Artikel steht :)

Anonym hat gesagt…

Bei den "The 10 most common game design mistakes" kann ich nur bedingt zustimmen. Gerade was das Finden von etwas versteckteren Durchgängen (Lüftungsschacht oder was auch immer) anbetrifft, das macht doch Spaß wenn es nicht immer nur allzu offensichtlich "da vorne geht´s weiter" heißt, sondern man auch mal ein bisschen genauer suchen und schauen muss.

Punkt 7 ist etwas stumpf, der Typ hat sich noch nicht richtig überlegt was Story in einem Computerspiel bedeutet (Story bedeutet nicht zwangsläufig Dialoge oder geschriebener Text zum Lesen)

Aber das mit den nicht abzubrechenden Cutscenes stimmt natürlich, große Designsünde für die es absolut keine Entschuldigung gibt. Am schlimmsten in Komnination mit fehlender Speichermöglichkeit...

Tetz

Joe hat gesagt…

was mich in letzter Zeit immer häufiger aufregt: Ich weiß nicht wie es in euren Freundeskreisen bzw. Altersgruppen ausschaut, aber in meinem (19 Lenzen) sieht es düster aus, wenn ich jemandem etwas nahe lege, sobald der Text auf Englisch ist.Du wirst es nachvollziehen können, wenn 2030 Englisch durch Chinesisch als 1. Fremdsprache abgelöst wurde...

Viel Spaß beim Büffeln! ;-)

Nerpax hat gesagt…

@Khobar: Ich kann das nicht bestätigen. In meinem Umfeld (habe ebenfalls 19 Lenzen) spricht eigentlich jeder ziemlich gut Englisch und würde solche Texte ohne größere Probleme lesen und verstehen.
@Harzzach: Also, das sehe ich anders. Es erscheint zwar vieles auf Deutsch; oft ist die deutsche Synchro (vor allem bei Spielen) aber nicht unbedingt empfehlenswert...

Auch wenn Mandarin in Zukunft sicher wichtiger werden wird, glaube ich aber nicht, dass es Englisch so schnell ablösen wird. Es gibt schlicht weg immer noch genügend Leute, die Englisch als Muttersprache sprechen und in der westlichen Welt wird es imo noch gut und gerne 50 Jahre ein wichtige Rolle spielen.

Joe hat gesagt…

Auch wenn Mandarin in Zukunft sicher wichtiger werden wird, glaube ich aber nicht, dass es Englisch so schnell ablösen wird.
Das geht manchmal ziemlich schnell. In einem gewissen Teil Deutschlands versank Russisch als Fremdsprache binnen Monaten in der Bedeutungslosigkeit... Und auch Englisch setzte sich als Sprache der Besatzer in diesem Land durch.

Nerpax hat gesagt…

Das hatte aber ganz andere Gründe. Die Stärke der Chinesen ist eine schnell wachsende Wirtschaft. Die Umstellung auf diesen neuen Wirtschaftsfaktor wird lange dauern, auch weil Mandarin eine sehr schwere Sprache ist, wenn man sie nicht von klein auf lernt. Um 2030 Englisch abgelöst zu haben, müsste man jetzt anfangen, in den Kindergärten chinesisch zu unterrichten. So schnell wird das nicht passieren.
Außerdem ist Chinas Wachstum bei weitem nicht so zuverlässig, wie man meinen könnte. Nimmt man jetzt noch hinzu, dass Europa und die USA sich durch Handelsbeschränkungen etc. gegen den Einfluss der Chinesen wehren werden (und bereits tun), glaube ich nicht, dass Mandarin vor 2050 (wenn überhaupt) Englisch ablösen wird oder zumindest gleich wichtig sein wird.

Harzzach hat gesagt…

Wie auch schon in der Diskussion darüber, welche Währung den Dollar als Weltleitwährung ablösen wird, so nimmt man fälschlicherweise an, dass es (wie früher) nur einen Nachfolger geben wird.

Wie auch der Dollar nicht verschwinden wird, sondern es künftig ein Nebeneinander gleichwertiger Währungen geben wird, so wird Englisch nicht von Chin. "abgelöst". Es gibt genug Gegenden auf der Welt, in denen Englisch niemals eine Rolle gespielt hat und auch nie wird. Chinesisch wird genausowenig DIE Weltsprache werden, wie das Englisch nie war.

Nerpax hat gesagt…

Eben... wer heute Englisch lernt wird morgen auch noch genug damit anfangen können. In der westlichen Welt wird diese Sprache weiterhin eine wichtige Rolle spielen, auch wenn sie in China kaum eine Rolle spielt.
Was aber nicht heißen soll, dass es unnütz ist, sich weitere Sprache anzulernen ^^

Revan hat gesagt…

@Joe
"versank Russisch als Fremdsprache binnen Monaten in der Bedeutungslosigkeit"
Einspruch euer Ehren! Ich und viele andere hatten Russisch als 2. Fremdsprache.
Daran änderte auch die Wende nichts. Deshalb mußten wir uns noch jahrelang mit dieser wirklich schweren Sprache abquälen. Glaub mir, eine Prüfung auf Klingonisch könnte nicht viel schwerer sein. ;)

Anonym hat gesagt…

@joe
die Leute die du da meinst heißen Befreier nicht Besatzer...

Martin hat gesagt…

@Look: Stimmt, viele Sachen sind nur im kulturellen Kontext wirklich zu verstehen. Das kann man nur durch den "Konsum" von Unmengen landesspezifischer Literatur und Filmen halbwegs erreichen. Vieles ist auch einfach nicht übersetzbar. Bin immer noch sehr stolz auf mich, das ich ein Wortspiel von Terry Pratchett nach kurzem Nachdenken verstanden habe ;) Geht etwa so:

"Gestalt in Kapuze, Gesicht im Schatten kommt in die "Mended Drum" (Kneipe). Beugt sich von hinten zu einem dort vorm Bier sitzenden und meint "Psssst!" Und der Sitzende meint: No, but I'm working on it."

Hat nen Moment gedauert bei mir. Sehr nett, was englische Sprachspielereien und Wortspiele angeht, sind übrigens die Romane von Jasper Fforde, wirklich einen Blick wert.


Eine weitere Designsünde ist die "kleine Version" der nicht-unterbrechbaren Zwischensequenz: Das langsame Auf-und Abblenden von Bildschirmen. Wenn ich grade genervt bin, weil ich schon wieder abgelebt bin, dann will ich nicht sekundenlang sehen, wie der Bildschirm dunkler wird und dann gefühltlaaaangsaaaaammmm der "Tot"-Bildschirm einblendet und wieder ausblendet.
Ein-/Ausblenden ist SCHLECHT.

Vielleicht kann man daraus eine ganz einfache Regel ableiten:

JEDES Element, das die Kontrolle vom Spieler wegnimmt, ist implizit erstmal SCHLECHT.
Es kann für das Spiel zwar angemessen sein und die Spielfreude erhöhen, es muß aber sehr gut begründet werden, warum das Element notwendig ist.

Sie sollten also der Sonderfall sein, nicht die Regel. Langsames Ab-/Ausblenden mag am Spielende OK sein oder um Bewußtlos werden zu simulieren. Tritt es dauernd und dauernd auf, nervt es unsäglich. Am allerschlimmsten ist das Ganze, wenn sogar Menubildschirme langsam überblenden. Was soll sowas ?

Grrrmm... wie man merkt spiele ich grade ein Spiel, in dem mich das restlos nervt ;)

c3p hat gesagt…

für das nächste dies und das:
http://www.youtube.com/watch?v=XAoW9fjKmo4