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Sonntag, 13. Dezember 2009

Lieber nie als spät

Der hier diesen Post Schreibende sah sich im Frühjahr 1978 fassungslos in den klapprigen Sitz des städtischen Kinos gedrückt. Und während das Rückrat verzweifelt Halt an der Rückenlehne suchte, versuchte sich die Kinnlade in Richtung colaverklebten Fußbodens zu verdrücken, um Platz zu machen für die herabhängende Zunge, die nicht mehr ganz alleine im Schädel verweilen wollte, da die Augäpfel ihrerseits zehn Meter weiter vorne an der Leinwand klebten.

Denn dort rauschte gerade ein imperialer Sternzerstörer in nicht enden wollender Länge an mir vorbei. "Star Wars" hat damals meine Jugend ruiniert und mich endgültig vom Bolzplatz, der gesunden Landluft und freier Bewegung in die bleichen, schwarz-weißen Arme teuflischer Druckkunst getrieben. Lesen statt Laufen! Schmökern statt Schulsport! Ich habe George Lucas zuerst wie einen Heiligen verehrt. Ihn dann, als die Prequel-Trilogie begann, zumindest als Initiator dieses phantastischen Universums respektiert, um nach "Revenge of the Sith" dann doch abschliessend meinen Frieden mit ihm zu machen, ihm JarJar Binks, nervige Kinderdarsteller und peinliche Kommerz-Infantilität verziehen.

Danach wollte ich nichts mehr von Star Wars wissen. Der Kreis hatte sich nach zwanzig Jahren geschlossen. Es war genug. Die Geschichte war, wenn auch nicht unbedingt linear, zu Ende erzählt. Ich war zufrieden.

Bis eben ...

Eben liefen die letzten Sekunden des Clone Wars-Trickfilms.

Ich weiß nicht, was mich am Samstag geritten hat, als ich in der Grabbelkiste die DVD-Hülle erspähte. Vielleicht war es wieder Zeit für einen der ein-, zweimal im Jahr auftretenden Aussetzer meines Bauchgefühls. Vielleicht bin ich Opfer des Sonderangebots-Reflexes geworden, bei dem man unwillkürlich haufenweise unnützes Zeugs kauft, nur weil es sich "im Sonderangebot" befindet. Auf jeden Fall ...

... auf jeden Fall werde ich im Laufe der Woche versuchen, alle sechs Feature-Filme so schnell wie möglich anzusehen, damit ich jedwede Erinnerung an dieses Machwerk aus dem Kurzzeitgedächtnis prügeln kann, bevor sie Gelegenheit hat, sich langfristig in meine Neuronen zu brennen.

Vielleicht hätte ich mich doch ein wenig mehr mit Star Wars beschäftigen sollen, anstatt mich vor vier Jahren diesbezüglich in mediale Klausur zu begeben. Denn den einzigen Trost, den ich heute in diesem Zusammenhang erfahren habe (aus dem Nebenzimmer schallt immer noch kicherndes, sarkastisches Gelächter), habe ich diversen Kritiken entnommen, in denen diese Grütze zB. mit zu den fünf schlechtesten Filmen des Jahres 2008 gezählt wurde.

OhGottohgottohgottohgottohgottohgottohgott! Mein Hirn! HILFE!! Meine schönen Erinnerungen werden viral überflutet und drohen zerstört zu werden. Schnell! Ich muss jetzt gleich "The Empire strikes back" anschauen, damit ich nicht länger Star Wars mit diesem, diesem ... ARGHLLLLLL! in Verbindung bringe!

Sonntag, 8. November 2009

Nicht schlecht, Herr Specht

Das Design der "Destiny" finde ich immer noch öde, langweilig und abgedroschen ...

Die Serie als solche jedoch, Stargate Universe, hält aber bislang die Versprechen, die seitens der Produzenten im Vorfeld gemacht wurden. Das ist nicht die übliche, leicht bekömmliche Unterhaltung für die ganze Familie, mit Happy-Ends und schlauen Eierköpfen und toughen Soldaten und dem Alien-Sidekick.



Stargate Universe besticht in erster Linie durch seine realistischen Charaktere und die durchgehenden, nicht abgeschlossenen Erzählstrukturen. Da ziehen keine Supermänner und -frauen ins Universum hinaus, um wöchentlich "some alien ass to kicken". Da sitzen verzweifelte Menschen mit ihren Macken und Problemen und Sorgen und Eigenarten zusammengepfercht in einem ausserirdischen, bruchfälligen Schiff, Abermillionen Lichtjahre entfernt von jeder Hilfe, nur mit minimalen Vorräten ausgestattet, ohne Deus Ex Machina seitens genialer Wissenschaftler oder dem gewagten Kommandoeinsatz heldenhafter Truppen ... einfach in der Scheisse!

Oh, natürlich, da gibt es logischerweise Wissenschaftler. Doch sind das keine Isaac Newtons oder Albert Einsteins, sondern "nur" ganz normale Wissenschaftler. Die nicht pünktlich zum Ende der Episode eine Lösung für das aktuell drängende Problem aus dem Ärmel schütteln, weil die Erzählstruktur nunmal ein Happy--End erfordert. Der Schlaueste unter ihnen, der könnte das zwar vielleicht, aber aus seinen ganz persönlichen Gründen scheint er es nicht zu wollen. Kein Held im Laborkittel. Kein sympathischer Querkopf. Ein psychotischer Soziopath. Ein Unsympath. Ein Arschloch, das von seinen eigenen Leichen im Keller getrieben wird.

Oh, und wir haben natürlich auch haufenweise GIs. So mit Kampfuniform. Und M16s. Und Befehlsketten und so. Doch im Vergleich zu früher, vor allem zu Stargate SG-1, scheint man auf die Befindlichkeiten der US-Army keine Rücksicht mehr nehmen zu müssen, denn die Army, die Soldaten, das sind weder strahlende Helden, noch unermüdlich sich für die gute Sache aufopfernde kleine Privates. Das sind ganz normale Menschen, die den Problemen, denen sie nun gegenüber stehen, in keinster Weise gewachsen sind. Und die Soldaten zu Hause auf der Erde, das Militär, welches zuvor noch heldenhaft die Erde gegen die Invasionsversuche bächtig möser Ausserirdischer verteidigt hat, das kommt bereits in den ersten paar Folgen von SG Universe überhaupt nicht gut weg. Selbst ein General Jack O'Neill wirkt hier nicht als gnädiger Übervater, der alles mit einem Fingerschnippen löst und tröstend über den Kopf streichelt, sondern bisweilen wie ein hilflos am Schreibtisch versauernder alter Mann, der gar nicht mitbekommt, dass hier ganz andere Leute und Interessengruppen an den Strippen ziehen.

Es gibt keine Helden in dieser Serie. Es gibt kein echtes Happy-End am Ende einer Folge und wenn man ehrlich ist, so könnte es gut passieren, dass diese Serie auch gar nicht mit einem Happy-End enden soll.

Das Battlestar Galactica-Remake hat es vorgemacht und die Science Fiction im TV-Format aus den Fängen traditioneller Klischeevorstellungen geholt. BSG war schmutzig und düster und depressiv. Das Ende war für die Charaktere eher eine Erlösung nach Jahren voller Qual, anstatt alle hübsch im Kreise zu versammeln und ein paar weise Sprüche zu klopfen. Und sollte Stargate Universe den Pfad weiter verfolgen, den man mit den ersten Episoden einschlagen hat, würde mich das als alten Sack freuen.

Auch wenn ich gerne immer wieder diverse StarTrek-Boxen aus dem Regal hole ... es erquickt mich ungemein, dass man Science Fiction im Fernsehen mittlerweile anschauen kann, ohne dass sich die Freundin/Frau/Lebensabschnittspartner angeödet zurückzieht. Denn in diesen Serien geht es nicht um Aliens oder Technobabbel oder abstruse Plots, die man nur als langjähriger PerryRhodan-Fan verstehen kann. Da ist "Science Fiction" nur ein Setting, vor dem gute Geschichten erzählt werden. Das Genre ist erwachsen geworden.

Ich bin daher auch wie ein Flitzebogen auf den Anfang des Jahres gespannt, wenn endlich der Serienstart von Caprica erfolgt.

Und wer weiß, vielleicht gibt es ja eines Tages richtige Spiele für Erwachsene und nicht nur Lebensabschnittspiele für adoleszierende Jugendliche?

Freitag, 6. November 2009

Ach was, echt jetzt?

Bedaure, aber das muss ich kurz loswerden ...

Hat der eine oder andere vielleicht mitbekommen. Amoklauf auf einem US-Militärstützpunkt in Texas durch einen Angehörigen der Armee. Blablabla, ganz arg schrecklich.

Jetzt überall das übliche Geheuchele und Betroffenheitsgetue, was bei Leuten, die einer Organisation beitreten, um dafür geschult zu werden andere Menschen möglichst effizient zu töten, mir nicht so passend erscheinen mag.

Wir haben also ...

· eine Gruppe von Menschen, deren Beruf darin besteht, entweder durch direkte Einwirkung oder durch Unterstützung andere Menschen zu töten.

· eine Armee, die sich seit vielen Jahren im tatsächlichen, faktischen Kriegszustand befindet und nicht nur zu Hause in der Kaserne herumlungert. Mit all den bekannten Folgen für Armeeangehörige, deren Familien/Angehörige und den Staatshaushalt.

· eine Regierung (es spielt keine Rolle, ob da nun Demokraten oder Reps, ob da Bush jr. oder Obama im Weißen Haus sitzt), die sich einen Dreck um die Versehrten an Körper und Geist kümmert, nachdem man sie aus rein machtpolitisch-wirtschaftlichen Gründen in schmutzige, eklige Guerilla-Kriege ohne Strategie schickt. Man hat ja genug Arbeitslose und die Jungs sollen sich nicht so anstellen. America, America, Freedom, Freedom! Schliesslich kommt der Dollar aus der Druckerpresse aka National Treasury und für die Banken braucht man das Geld ja viel dringender.

Und dann wundert man sich und gibt sich ganz arg betroffen, wenn jemand, der diese Heimkehrer betreut, also ganz genau weiß, was dort tatsächlich passiert und selber allmählich den Hau wegbekommt, auf Grund eines Marschbefehls in den Irak durchdreht?

Ach, echt jetzt? Amoklauf? Sowas aber auch, wer hätt's gedacht ...

Und dann läuft man nächste Woche durch die Strassen der Stadt und sieht in den Läden, wie sich junge Menschen freudig den neuesten Military-Shooter kaufen und sich daran erfreuen, wie toll man heutzutage doch Krieg führen kann.

Es wird Zeit, dass Frühling wird. Mich kotzt der Winter jetzt schon an ...

Mittwoch, 7. Oktober 2009

What the ...

Es hat eine Weile gebraucht hat, bis ich nicht länger vom billigen TV-Look abgeschreckt wurde und in "Stargate SG-1" eine amüsante und nerdige SF-Unterhaltung sah, ich vom Skeptiker zum loyalen Fan mutierte. Nach Ende der siebten Season hatte es der Nachfolger von Richard Dean Anderson in der Rolle des Anführers des SG-1-Teams, der in meinen Augen unsägliche Ben Browder, zwar im Alleingang geschafft, mich nach nur einer Handvoll Episoden der achten Season auf Abstand von jeglichen weiteren Folgen der Serie zu halten, doch eine alte Liebe stirbt nie. Sie schläft nur.

Stargate Atlantis, das Spinoff zur "Hauptserie", war zwar nicht soooo der Brüller, aber dennoch unterhaltsam genug, dass ich so allmählich wieder Kontakt mit dem Franchise aufnahm.

Gespannt war ich denn nun auf das dritte Spin-Off, Stargate Universe, (dazwischen war noch eine Zeichentrickserie, die ich geflisentlich ignoriere), welches mit einem frischen Setting und einem für Stargate-Verhältnisse düsteren Ton aufwarten soll. Heute abend hatte ich Gelegenheit, mir die Pilot-Folge anzuschauen ...

Gut, der Titel dieses Postings führt vielleicht etwas in die Irre. Ich habe mich 90 min lang gut unterhalten, die Charaktere machen einen durchaus positiven Ersteindruck, die Tricktechnik ist gutes, solides TV-Niveau, wie man es schon von den Vorgänger-Serien gewohnt ist. Ich denke, das verfolge ich noch ne Weile. Könnte was werden.

Nein, was mich geradezu aus den Latschen kippen ließ, war das Design des Ancient-Schiffs, auf dem die Menschen gestrandet waren ...



Da.

Ein Haufen öde aneinandergefügter Polygone, der aussieht, als ob er direkt vom Kitbashing-Tisch eines italienischen Set-Handwerkers stammt, der mit minimalsten Mitteln einen StarWars-Ripoff wie zB. "Starcrash" ausstatten muss. Ich habe fast erwartet, als nächste Kameraeinstellung eine Großaufnahme von David Hasselhoff zu sehen.

Nee, ehrlich, was soll das?

Das soll der heimliche Hauptdarsteller der Serie, DER zentrale Handlungsort des Geschehens sein und nicht ein billiges Schnellschuss-Modell für eine nur wenige Sekunden dauernde Effekt-Sequenz, bei der man aus Kostengründen einfach ein paar Vorgänger-Modelle recycled.

Bähhh! Schrecklich. Langweilig, uninspiriert, schon TAUSENDMAL gesehen. Wahrscheinlich ist man sogar noch stolz darauf, am Rechner originalgetreu den Plastikbausatz-Look der frühen 70er nachgeahmt zu haben. Ich mein, sowas habe ich früher als SCHÜLER heimlich in der Stunde gezeichnet, wenn mir langweilig war ...

*schauder*

Aber ansonsten, bis auf diese mittlere Design-Katastrophe, ein durchaus vielversprechender Beginn. Wenn ich jetzt nur noch schaffe, diesen Anblick weitestgehend auszublenden ...

Freitag, 2. Oktober 2009

Zwei Dumme, ein Gedanke?

Ich hatte letztlich Gelegenheit in Michael Bays neuestes Verbrechen am niveauvolleren Teil der Menschheit reinzuschauen. Ja, ich rede von Transformers 2 :)

Abgesehen davon, dass der Film als solcher fast noch einen Tick schlechter als sein Vorgänger war, so habe ich mich angesichts der dennoch sehr ansehnlichen Kampfsequenzen gefragt, warum zur Hölle so eine Arschkrampe wie Michael Bay Abermillionen Dollar bekommt, um die versammelte Tricktechnik der Welt in einem gräßlichen Film zu packen, während es um einen Neon Genesis Evangelion-Realfilm sehr, sehr still geworden ist, während Gundam-Serien zwar weiterhin wie Pilze aus dem Boden schiessen, dies aber weiterhin nur in preiswerter Anime-Form tun, während das Mechwarrior-Universum eigentlich nur mit lizenzrechtlichen Streitigkeiten von sich reden macht.

Die Welt ist ungerecht, wenn jemand wie Michael Bay als einziger haushohe Kampfroboter sich gegenseitig die CPUs aus dem Schädel prügeln lassen darf. Ob sie aber einen Stück gerechter wird, wenn Disneys Ex-Chef Will Eisner an einem Mechwarrior-Film arbeiten lässt? Denn eben lese ich dass ...

Eisner hat eine Firma gekauft, die vorher eine Firma gekauft hat, welche davor wiederum FASA, die Rechteinhaber an der Mechwarrior-Serie aufgekauft haben. Was, wenn man die Reihe zurückgeht, bedeutet, dass Mr. Eisner, bis auf die Unseen-Designs, nun die kompletten Rechte am Mechwarrior-Universum besitzt. Ok, die rechtliche Seite wäre geklärt. Schauen wir uns die kreative Seite an. Wer arbeitet denn in diesem Stadium am Projekt?

Jemand, der vorher als Drehbuchautor an "300" und der GI Joe-Verfilmung verantwortlich gezeichnet hatte.

Ok, die Welt bleibt weiterhin ungerecht.

*heul*

PS: Und nachdem man sich an einem Kleinod wie "District 9" delektiert hat, freut man sich zwar wie ein Rumpelstilzchen, dass Talente wie Neill Blomkamp endlich "ihr Ding" machen können, denkt aber wehmütig daran, was hätte werden können, wenn jemand wie Blomkamp in Zusammenarbeit mit Peter Jackson das Halo-Universum zum Leben erwecken hätte dürfen.

Montag, 28. September 2009

Lebbe geht weida

So, nachdem sich der Staub des Wahlabends gelegt hat, die FDP ihren Kater vom nächtlichen Schampus-Saufen aussschläft, die SPD sich mit rotgeheulten Augen aus dem Bett quält, man bei der CDU beim Frühstück hinter der Zeitung klammheimlich drei Kreuze schlägt, weil man zumindest diesmal noch glimpflich davongekommen ist und die Opposition sich zwar über deutliche Stimmengewinne freuen kann, sich aber trotzdem in der Opposition wiederfindet ... frage ich mich, ob ich meine passive Mitgliedschaft bei den Piraten nicht aktiver gestalten sollte.

Denn nach der Wahl ist vor der Wahl! :)

Die Themen werden nicht weniger. Gut, Killerspiele werden nicht verboten, weil man damit gut Geld verdienen kann. Dafür wird schon die FDP sorgen. Es wird aber weiterhin am Überwachungsstaat gebastelt, weil die zusätzlichen Kosten der Staat übernimmt und die IT-Firmen nicht in ihrem Geldverdienen gestört werden. Dafür wird die FDP schon sorgen. Auch werden der weitere Abbau sozialer Leistungen und das sture Festhalten an der Exportorientierung der deutschen Wirtschaft so kommen wie das Amen in der Kirche. Dafür wird vor allem die FDP sorgen. Denn solange das System den Nutznießern noch Profite bereitet, wird es keine Diskussion darüber geben, wohin die Reise in den nächsten Jahrzehnten gehen soll, was denn aus einer Welt werden soll, in der das ständige Wachstum das einzige Paradigma ist. Und dank der CDU (ja, die sollen auch was machen :) ) wird sich die Bundeswehr nach den Wünschen der USA stärker in Afghanistan und anderen Krisenherden engagieren, damit die Wachstums-Sektierer, als einzige Möglichkeit das Wachstum als Götzen weiterhin anzubeten, in diversen Kriegen erst gewinnträchtig etwas kaputtmachen können, um dann später am Aufbau zusätzlich mitzuverdienen. Ein Ferengi könnte da nicht besser agieren.

Aber gut ... Lebbe geht weida. Zumindest sind die Fronten jetzt geklärt, es gibt in Deutschland endlich wieder klar erkennbare Regierungsparteien und eine Opposition, die sich schon über all die Steilvorlagen freut, welche die Regierungsparteien zweifelsohne liefern werden. Es gibt allerdings auch eine Gruppe Menschen, die, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen würden, fast den Kanzler stellen könnten. Knapp 30% aller Wahlberechtigten sind gestern zu Hause geblieben. Und wer diese Leute dort abholen kann, wo sie (aus Desinteresse oder bewusstem Protest) jetzt stehen, der wird in vier Jahren ein Wörtchen mitreden können.

Schau mer mal ... zumindest ich habe keine Lust mehr, nur Kreuzchen zu machen oder in superschlauen Blogbeiträgen die Welt erklären zu wollen. Es reicht! Beziehungsweise, es reicht mir nicht mehr. Denn des Lebbe geht weida!

Mittwoch, 23. September 2009

Gamer to the rescue

Der allmähliche Zusammenbruch der Weltwirtschaft, bzw. dass endlich stattfindende Eindampfen und Schrumpfen der Bilanzen auf reale, wirkliche Werte (was für einen Neoliberalala gleichzusetzen ist mit dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft), hat auch etwas Gutes ...

Dem russischen Rüstungsunternehmen Ischmasch droht die Insolvenz

Das allmähliche Verdunsten virtueller Vermögenswerte hat auch negative, oder positive, je nach Sichtweise, Auswirkungen auf die Rüstungsindustrie. Große wie kleine Staaten haben nicht mehr in dem Ausmaß das Geld, um ihren Lamettaträgern ständig neues Spielzeug kaufen zu können. Rebellen, Terroristen und Freiheitsbewegungen aller Art leiden unter dem (zumindest temporär) zusammenbrechenden Absatzmarkt für Drogen in den westlichen ehem. Finanzkapitalen. Weniger Einnahmen, weniger Mittel für Waffenkäufe.

Gut, was kratzt uns aber das Schicksal der russsischen Rüstungsindustrie im Allgemeinen, wie der Firma Ischmasch im Besonderen? Nun, Izhevsk Mechanical Works oder Ижевский Mашзавод, wie der Laden in Russland genannt wird, ist der originale, ursprüngliche Hersteller des AK-47, des wohl bekanntesten Schnellfeuergewehres der Militärhistorie. Na, klingelts?

Die AK-47? Hat jeder schonmal unten mittig oder rechts am Bildschirm gesehen, oder? Bzw. in den Händen verdient ihr Pixeldasein aushauchender Terroristen/Rebellen/Freiheitskämpfer und anderer generischer 08/15-Polygongegner. Wie oft haben wir ins virtuelle Gras beissen dürfen, weil die KI ihre mit AK-47 bewaffnete Schergen hinterhältig in unseren Rücken hat spawnen lassen? Hmm? Von den unzähligen Opfern dieser Waffe in den Händen mehr oder minder begabter Counterstrike-Spieler gar nicht zu reden.



Wir kennen die AK-47, auch wenn wir niemals auch nur in die Nähe eines echten Schiessstandes gekommen sind. Sollten wir, als echte Gamer von Schrot und Korn nicht dieser Traditionsfirma unter die Arme greifen? Eine Steam-Gruppe aufmachen? Spenden sammeln? Sich das Teil selber in den Schrank stellen und in der Klasse Sammelbestellungen dafür aufnehmen? Dem Lehrerkollegium zur Chancenwahrung auch einge Exemplare ins Lehrerzimmer stellen? Mit dem Chefeinkäufer der Firma einen Trinken gehen und ihn dann später mit heimlich gemachten Fotos von ihm und der netten Dame, die eigentlich ein Herr war, von einer großzügigen Waffenbestellung überzeugen?

Gamer, hört die Signale! Rettet ein Symbol unserer Zunft! Rettet den Killerspiel-Controller schlechthin! Rettet die AK-47!! Für die Revolution! Für unser Mutterland!

Montag, 14. September 2009

Dies ist keine Parteienwerbung :)

Es sind gerademal noch zwei Wochen bis zur Bundestagswahl. Nicht, dass dieser Beitrag in diesem Blog speziell für diese Wahl irgendeine essentielle Wirkung haben wird, auch wenn diese Inhalte heute in vielen anderen Blogs in ähnlichen Postings verbreitet werden ...

Dennoch lieber etwas tun als gar nichts tun und immer daran denken, dass Rom auch nicht an einem Tag erbaut wurde :)

RetteDeineFreiheit.de from alexanderlehmann on Vimeo.

Montag, 7. September 2009

Apocalypse Now and Forever

Man verzeihe mir bitte den aktuellen, tagespolitischen Einschub, aber ich möchte nur ein wenig etwas loswerden ...

Ich habe mir am Wochenende zum wiederholten Male "Apocalypse Now", Francis Ford Coppolas Meisterwerk, in der Redux-Version angesehen. Ein großartiger Film. Noch vor wenigen Jahren hätte ich gesagt, ein großartiger historischer Film. Denn der Vietnam-Krieg ist Geschichte. US-Touristen, namentlich ehem. GIs, fliegen im Urlaub mit Frau und (erwachsenen) Kindern gen Indochina, um dort ihre Kriegserlebnisse aufzuarbeiten. Mittlerweile die normalste Sache der Welt.

Doch, wie immer, wir lernen nichts aus der Geschichte.

Als ich mir "Apocalypse Now" das erste Mal angesehen hatte, da war Marlon Brando in der Rolle des Colonel Kurtz ein durchgeknallter Irrer, der auf Grund seiner Kriegserlebnisse "ein wenig" den Bezug zur Realität verloren hatte. Martin Sheen als Captain Willard war zwar nicht weniger durch den Wind, schien aber trotzdem noch zumindest einen Rest Menschsein für sich gerettet zu haben. Doch mit jedem erneuten Anschauen, vor allem im Rahmen der Redux-Version, erkannte ich immer mehr, dass Colonel Kurtz der einzige Mensch im gesamten Film war, der mit beiden Füßen in der Wirklichkeit verankert war und nur deswegen Fahnenflucht begangen hatte, weil sich seine Vorgesetzten weigerten die Wirklichkeit anzuerkennen. Die Wirklichkeit des Krieges, die Wirklichkeit eines zu allem entschlossenen Vietcong, die Wirklichkeit der Erkenntnis, dass der Krieg nur dann militärisch gewonnen werden kann, wenn man mindestens genauso entschlossen und brutal und grausam ist wie der Gegner, den man bekämpft.

Ich habe während des ganzen Filmes gestern nur daran denken müssen, wie deutsche Politiker um die Tatsache herumeiern, dass sich die Bundeswehr in Afghanistan im Krieg befindet. Dass dies KEINE spassige, locker-lässige Brunnenbohr- Mädchenschuleaufbau-, Demokratiebring-Mission ist. Dort herrscht Krieg. Dort herrscht seit Jahrzehnten, seit Jahrhunderten Krieg. Die Briten haben sich eine blutige Nase geholt, obwohl man dort mit allem gebotenen Ernst der Lage und konsequent das Empire vergrößern wollte. Die Russen haben sich eine blutige Nase geholt, weil sie in letzter Konsequenz doch nicht die Truppenmengen in Bewegung gesetzt haben, die notwendig wären, um jedes verfickte Tal mit Rotarmisten zu überfluten. Und die NATO wird sich eine blutige Nase holen, weil man auch hier nicht in letzter Konsequenz militärisch vorgehen möchte.

Derzeit sind etwas mehr 55.000 ISAF-Soldaten in Afghanistan stationiert. Ein Tropfen auf dem heißen Stein. Internationale Hilfsgelder für das vielgerühmte "Nation Building" fliessen spärlich und aktuell erfährt man, dass der Aufbau einer afghanischen Polizei und entsprechenden Infrastruktur deswegen stockt, weil man zu wenig Ausbilder findet, die sich freiwillig in diesen Hexenkessel begeben wollen. Und angesichts der Riesensummen, mit denen der Westen seine Banken und das Finanzsystem stützt, ist bereits jetzt schon abzusehen, dass es in Zukunft wohl nicht sonderlich mehr Geld und Unterstützung geben wird. Angesichts des Umstandes, dass sich im Krieg Tote unter der Zivielbevölkerung nicht vermeiden lassen, es ist ja KRIEG und keine begrenzte, lokale Polizeiaktion, wird sich die ISAF auch weiterhin keine großartigen Freunde in der Bevölkerung machen. Angesichts des Umstandes, dass der Westen die Demokratie in Afghanistan mit Hilfe korrupter Auslandsafghanen und zwielichtiger Lokalpolitiker aufbauen möchte, bei der kürzlich stattgefundenen Wahl Vorwürfe der Wahlfälschung und Manipulation immer noch ungeklärt im Raum hängen, wird man sich in der afghanischen Zivilbevölkerung auch hier keine großen Freunde machen.

Entweder der Westen macht den Col. Kurtz und schickt 3-4 Millionen Soldaten nach Afghanistan, um neben den Taliban auch zig Stammes-Milizen und schnöde Banditen in den Staub zu treten. Und dann konsequenterweise nicht an der pakistanischen Grenze anhalten, sondern gleich nach Islamabad weitermarschieren, um die Ausbildungslager im Grenzgebiet dem Erdboden gleich zu machen. Und wenn man schon dabei ist, die Kernwaffen der pakistanischen Militärs unter Beschlag nehmen. Gleichzeitig muss man erhebliche Verluste unter der Zivilbevölkerung einkalkulieren, was wiederum Fanatiker und selbsternannte afghanische Freiheitskämpfer in Scharen in neue Ausbildungslager im Kaukasus treiben wird, von Leuten, die sich im Westen deswegen zu Anschlägen berufen fühlen, ganz zu schweigen. ZUSÄTZLICH müsste der Westen aber auch Billiarden Dollar in den Aufbau ziviler Strukturen stecken, damit das vielgerühmte "Nation Building" nicht nur ein potemkinsches Dorf ist, mit dem man die Wähler zu Hause bei Laune hält. Auch müsste der Westen die Tatsache akzeptieren, dass man über ein Land, in dem in den Städten das 21. Jahrhundert und in den Bergen das 15. Jahrhundert existiert, mit all seinen Volksgruppen und Sprachen und Ethnien und Stammesgemeinschaften, nicht einfach per Dekret eine Demokratie nach westlichem Muster stülpen kann. Man sollte endlich die afghanische Wirklichkeit akzeptieren, damit Leute wie Col. Kurtz nur auf der Leinwand die Doppelmoral des Westen anklagen können.

Aber nein ... man eiert in Afghanistan herum, weil man glaubt auf Grund von Bündnisverpflichtungen nicht anders zu können. Man eiert dort herum, weil die Politik in der Heimat nicht den Aufwand verkaufen kann, der notwendig wäre, um dieses hahnebüchende Abenteuer zumindest in die Nähe eines Erfolges zu rücken. Man eiert herum, weil man der Wirklichkeit nichts ins Gesicht blicken kann. Entweder, Du machst den Col. Kurtz, zieh es konsequent und hart durch oder verpiss Dich, weil Du dort nichts verloren hast!

Und wenn es darum geht, Einfluss darüber zu haben, wer bestimmte Gas- und Ölpipelineabschnitte kontrolliert, wartet man einfach ab, bis sich die Leute dort genügend SELBER, ohne fremde Hilfe, den Schädel eingeschlagen haben und bietet dann den Siegern ein gutes Geschäft an. Denn auch der strenge Islamist möchte gut leben und vor allem endlich in Ruhe gelassen werden.

Aber nee, die Geschichte wiederholt sich ... weil wir zu dumm sind, aus ihr zu lernen!

/rant off ...

Freitag, 4. September 2009

Oh ... Herr ... im Himmel!

Da ich derzeit nicht sonderlich motiviert bin, mich spielerisch anspruchsvolleren Titeln zu widmen, schlich sich so ein Gedanke in mein Resthirn, diesen Abend in perfekter Vorbereitung auf das Wochenende mit einem vollkommen seichten Film zu beginnen.

Das DVD-Regal wurde akribisch (bzw. so akribisch, wie es einem nur mit dem Rückenmark denkenden Menschen möglich ist) durchsucht, doch sogar ein "Red Planet" erschien zu kompliziert. Doch wenn man denkt, man ist am Ende seiner Möglichkeiten ... Deus Ex Machina hilft immer.

Ich weiß nicht mehr genau, wie diese Scheibe in meinen Besitz kam, aber ich weiß genau, dass die Götter der Abendunterhaltung mir in den letzten Jahren beistanden, als sie meinen suchenden Blick stets von dieser Hülle weglenkten. Doch heute, da stand Satan neben mir und konnte sich vor Lachen kaum Halten, in freudiger Erwartung dessen, was mich erwarten würde. Denn ich nahm mir vor, nicht nur einen Blick in "Battlefield Earth" zu werfen, sondern doch tatsächlich den Film komplett anzuschauen. Yogg-Sottoth sei mein Zeuge!

...

...

...

Ob ich nun meine Seele gen R'leyh schicke, sie dort den Älteren Göttern opfere oder ob ich an mir selbst eine Live-Lobotomie vollziehe oder ob ich "Battlefield Earth" anschaue, kommt letztenendlich auf das Gleiche hinaus: Ich sitze still und schweigsam da, starre teilnahmslos auf die vorbeiscrollenden Credits, ein Speicheltropfen seiert mir aus dem linken Mundwinkel.

Wow! Einfach nur Wow!

Alles Schlechte, was man diesem mehrfachen Preisträger der Goldenen Himbeere nachsagt, trifft voll und ganz zu. I kid you not, mesdames et messieurs. Zwar tippen meine Finger hier einen sinnig klingenden Text in das Keyboard, ich höre aber immer noch in der Ferne das allmählich leiser werdende Fiepen meines schon vor dem Film kümmerlichen Restverstandes, als er nach einer Spielfilmzeit von knapp 10 Minuten wie ein angestochener Luftballon Reissaus genommen hatte. Operation gelungen, Patient tot! Herzlichen Glückwunsch!

Sollte sich hier aber jemand ebenfalls den Genuß dieses Machwerks geben wollen ... ich empfehle eine große Runde gutgelaunter Junggesellen und Strohwitwer, mehrere Kästen Bier (idealerweise schon zur Hälfte aufgebraucht), je nach persönlichem Geschmack vielleicht noch eine Tüte, sich dann entspannt zurücklehnen und die Geschehnisse sich entfalten lassen. Beste UweBoll-Qualität! Wer diesen Film jedoch nüchtern oder in nonsense-freier Begleitung anschaut ... Obacht!

Jetzt bleibt allerdings die Frage offen, wie und woher ich die anderthalb Stunden wieder zurückbekomme, die ich beim Betrachten dieses, ähhh, Dings leichtsinnig zum Fenster rausgeworfen habe ...

Dienstag, 16. Juni 2009

Non-Gaming Interludium XXVIII: 30 Rock

Dass ich derzeit nicht viel zocke, liegt nicht nur am derzeit tobenden Sommer, der trotz Gewitter und Wolkenbruch jeden Tag unverzagt die Rheinebene heimsucht. Es liegt nicht nur an einem Bedürfnis den Geist zur Abwechslung mit anderen, etwas reichhaltigeren Dingen zu beschäftigen, als der Frage, wo man den nächsten Questmob findet, mit welcher Strategie man am besten die Mission bewältigt oder mit welchen Formen und Konstruktionen man bei Crayon Physics Deluxe auch noch zum Ziel kommt. Letzteres fesselt mich zwar derzeit ein wenig an den Bildschirm, aber so richtig "spielen" ist derzeit nicht drin.

Meine Freizeit verbringe ich endlich wieder mit Lesen und zugleich Lernen, da der Geburtstag so einiges an Nachschub und Motivation genug brachte, dass ich meine etwas brachliegenden Japanisch-Studien wieder aufgenommen habe. Ja, ich bin nicht nur ein alter, ich bin vor allem ein fauler Sack!

Der hauptsächliche Grund, warum ich aber derzeit nichts "richtig" zocke, findet sich in Form einer TV-Serie, welche genau die Art von Humor versprüht, die mich zu hysterischen und zwerchfellgefährdenden Lachanfällen hinreisst.



"30 Rock"

Eine Serie über eine fiktive Unterhaltungsshow in der US-amerikanischen Sendelandschaft. Peinlich, entlarvend, hysterisch, grotesk, liebevoll, bizarr ... und habe ich schon peinlich gesagt? Wer auch nur ansatzweise über "The Office" (gleichgültig ob BBC-Original, US-Version oder das deutsche Pendant Stromberg) lachen konnte, obwohl man vor lauter Scham und peinlicher Berührung ob der enthüllenden und entlarvenden Art dieser Geschichten am liebsten in den Boden versinken würde, der wird auch an "30 Rock" Gefallen finden. Ist zwar nicht ganz so schonungslos, wie das Ricky Gervais im BBC-Original geradezu zelebriert hat (die anderen Versionen kenne ich nicht), aber oft genug laufen einem schon kalte Schauer den Rücken hinunter, wenn man die Blödheit und Peinlichkeit der Charaktere in sich und seinen Mitmenschen wiedererkennt.

Produziert wird diese Serie von Tina Fey, die uns Europäern wohl als Sarah Palin-Parodie aus dem letztjährigen US-Wahlkampf am bekanntesten ist. Und wenn man weiß, dass die Serie (in der sie selbst die Hauptrolle spielt) auf ihren eigenen Erfahrungen im TV-Geschäft basiert und man auch weiß, dass solche "Geschichten, die das Leben schrieb" in der Regel zT. erheblich entschärft werden, weil man das reale Leben keinem Zuschauer zumuten möchte, der eigentlich nur Entspannung sucht ... wer will, kann sich danach ein wenig besser fühlen, weil man sich sicher sein kann, dass im Leben anderer Menschen ebenfalls der helle Wahnsinn tobt und sich das Schicksal nicht persönlich gegen einen verschworen hat :)

Ich kann zwar nur für mich und meinen Geschmack sprechen, aber wer an intelligenten Sitcoms Gefallen findet, wer als Mann bei "Sex and the City" nicht angeödet abschaltet und wer in "The Office" köstliche Unterhaltung gefunden hat ...

"30 Rock"

Update: Himmel, ich brauche einen Lektor ... 30 Mrd. Rächtschreib-, Tiop- und Grammtikfeher ...

Donnerstag, 11. Juni 2009

Non-Gaming Interludium XXVII: Terminator Salvation

Ich will es kurz machen ...

Ja, ich war vorgewarnt. Ich habe auch extra das Großhirn ausgeschaltet und meine Augen direkt ans Rückenmark angeschlossen. Ich wollte mich auf Grund akuter "Decke fällt auf den Kopf"-Paranoia wirklich nur ins Kino hocken, ein Bierchen trinken und nicht nachdenken. Eigentlich perfekte Vorraussetzungen ...

Ok, gut ...

Wer ansehnliche Action-Sequenzen sehen möchte, wer haufenweise zT. richtig gut gefilmtes, stylisches Geballer sehen möchte, der sollte sich den vierten Teil des Terminator-Franchises bitte auf DVD ausleihen. Oder sich aus dem Netz ziehen, wenn man gerade nichts besseres zu tun hat. Denn T4 bietet in dieser Hinsicht so einiges für das dann schmale Geld. Da kracht und explodiert und fetzt es, dass der Actionfan durchaus auf seine Kosten kommt. Und würden wir das Jahr 1985 schreiben, als ich T1 mit Speichel aus dem Mundwinkel tropfend im Kino gesehen hatte, ich wäre hellauf begeistert. Heute, im Jahre 2009, bin ich jedoch nicht nur 24 Jahre älter, meine Ansprüche haben sich auch ein wenig gewandelt. Zwar kann ich immer noch Genreperlen wie zB. "Death Race" in ihrem B-Movie-Status wertschätzen, doch wenn hier die geballte Finanzkraft Hollywoods zusammenkommt und nicht gänzlich unbekannte Schauspieler wie zB. Christian Bale das Lineup bilden ... da kann, da DARF ich mehr erwarten.

Da ich versprochen hatte es kurz zu machen, will ich nur anreissen, was mich an diesem Film so massiv ankotzt. Sonst könnte ich seitenweise meinem Frust Luft lassen ...

Kurz gesagt, die SecondUnit-Crews und die Effekt-Leute haben ihre Arbeit vorzüglich erledigt. Keine Klagen, großes Lob! Der Film als solches jedoch, all die Elemente, die erstklassig inszenierte Action-Sequenzen erst in einen erzählerischen Kontext bringen, die Arbeit, für die man einen Regisseur engagiert, damit er diesen Zusammenhang herstellt, die hat man leider einer Person übertragen, die nicht wirklich wusste, was sie mit dem Franchise, mit dem Stoff, mit dem ganzen Komplex Schicksal,/Aufbegehren/Zeitreise, der die Terminator-Serie über all die anderen Action-Filme der letzten Jahrzehnte erhoben hatte, überhaupt anfangen soll. Die Dialoge sind gräßlich, die Schauspieler nur belanglose Randerscheinungen, weil sie im Rahmen der Dialoge und der Handlung überhaupt keine Möglichkeit haben, die Geschichte mit Leben zu erfüllen. Es interessiert mich einen feuchten Dreck, was welche Personen/Gruppen warum wie tun. Das Geschehen plätschert einfach an mir vorbei, ich sitze desinteressiert im Kinosessel und fange an ungeduldig mit dem Fuß zu wippen, weil ich mir dringend eine neue Actionsequenz herbeisehne, damit ich mir diese substanzlose Beliebigkeit nicht mehr geben muss.

Es tut fast schon körperlich weh, wenn man mitansehen muss, wie hier das Potential für einen wegweisenden Action-Blockbuster verschenkt wurde. Und ich will gar nicht daran denken, was ein kompetenter Regisseur, was kompetente Drehbuch-Autoren aus diesem Stoff, aus diesem Budget hätten machen können ... Himmel, selbst ein Michael Bay hätte daraus mehr machen können als nur eine Show-Veranstaltung für die involvierten Effekte-Firmen. Auch wenn seine Filme nichts weiter als hohle Show-Veranstaltungen per se sind, so funktionieren sie wenigstens in diesem Zusammenhang als perfekte Popcorn-Unterhaltung für Teilzeit-Lobotomiepatienten. T4 jedoch ... funktioniert als Film nicht. Überhaupt nicht.



Ja, ich bin sauer ...

Dienstag, 26. Mai 2009

Setze die Reihe fort ...

Krawall, 26.05.2009:
Marktkauf nimmt USK-18-Spiele aus dem Sortiment

heise online, 26.05.2009:
Veranstalter sagt Computerspiel-Wettbewerb in Karlsruhe ab

...

Tagesschau , 28.09.2009:
CDU/CSU/SPD scheitern an der 5%-Hürde

Okok, man wird ja wohl noch träumen dürfen :)

Montag, 25. Mai 2009

82 Millionen Mitspieler



Und wer zu den Counter-Terrorists gehört, das haben die Mitspieler nicht zu bestimmen. Wär ja noch schöner, nicht?

Sonntag, 17. Mai 2009

Zwischenspiel

Eine Polemik.

Wer sich am Samstag abend durch den diesjährigen Grand Prix d'Eurovision de la Chanson gequält hatte, nur um Madame von Teese's Titten sehen zu dürfen, der darf jetzt gerne weiterklicken und sollte im Internet lieber nach richtigem Porno suchen (wie sich das gehört), anstatt seine Zeit an solch erbärmliche Dis-Entertainment-Großereignisse wie diesem Grand Prix zu vergeuden.

Ich habe mir heute einige der Beiträge dieser Veranstaltung angehört (in jedem steckt ein kleiner Masochist) und bin wahlweise eingeschlafen oder musste mir Tempos in die Ohrmuscheln stecken, um die Blutungen zu stoppen. Belangloses Geplätscher. Oder eben ganz schrecklich schlechte Vergewaltigungen wehrloser Noten. Wenn man diesen Grand Prix tatsächlich und allen Ernstes als Querschnitt durch die kulturelle Schaffenskraft Europas bezeichen möchte, hoffe ich inständigst, noch diese Woche die Ankunft unserer neuen Alien Overlords kriecherisch und pseudopodienleckend begrüßen zu dürfen. Schlimmer kann es nicht mehr kommen!

Vor vierzig Jahren jedoch, da hatten Europäer noch Mut und die entsprechend rücksichtlos kreative Schaffenskraft, die man braucht, um musikalisch Innovation, Kunst und Leidenschaft zu kombinieren:


Brigitte Bardot • Contact • 1968

Frankreich war damals nicht nur Schauplatz gewalttätiger Revolten gegen "das Establisment", sondern auch Brutstätte eines ganz anderen, friedlicheren und kreativeren Aufstandes gegen verkrustete, überholte Traditionen und Moralvorstellungen. Damals, da brachte Frankreich so Giganten wie Serge Gainsbourg hervor.

Heute kann Frankreich nur noch mit kleinen Giftzwergen und Gesetzen aufwarten, welche rücksichtlos die Profite eines sterbenden Industriezweiges schützen sollen, weil deren Chefs und der kleine Giftzwerg rein zufällig gute Kumpels sind.

Früher ... da war so manches tatsächlich besser!

Sonntag, 10. Mai 2009

Double Feature

Gestern abend, quasi als letzte offizielle Amthandlung, bevor sich mein müdes Haupt auf's Kissen legen durfte, startete ich den Download einer recht akzeptablen CAM-Version von "Star Trek", J.J. Abrams Reboot-Versuch des Star Trek-Franchises. Zu durchwachsen waren die Reviews, zu unterschiedlich die Meinungen und Wertungen. Und bevor ich ein zweites "Transformers"-Erlebnis durchmache und mich, maßlos enttäuscht von der Umsetzung liebgewonnener Geschichten und Charaktere, vom Dach des nächsten Hochhauses stürze, wollte ich einfach sicher gehen: Kann ich mir als jahrzehntelanger Star Trek-Fan diesen Film antun oder wäre es besser, die paar Euro für Karte und ein Bier lieber gleich in mehr Bier (zum Verdrängen und Vergessen) zu investieren.

Nun ... in wenigen Minuten werde ich das Haus verlassen und meinen Weg zur nächsten Kinokasse bahnen.

Auch wenn es genügend Kritikpunkte gibt (zu hektisch, zu StarWar'sig, komplettes Fehlen und sogar Negieren des moralischen Unterbaus des ST-Universums, hochnotpeinliches Product Placement durch Nokia und andere in einem *kreisch* ST-Film), die mir ein wenig sauer aufstießen, so waren diese Nervigkeiten nicht nervig genug, der Film als solcher unterhaltsam genug, um auch als ST-Nerd nicht schreiend aus dem Fenster springen zu müssen.

Der Franchise-Reboot als solcher ist gelungen, auch wenn der Drehbuchtrick, um sich von so einigem "zukünftigen" Handlungsballast zu befreien, doch a bisserl überdeutlich und plump präsentiert wurde. Vergesst das Star Trek-Universum, wie wir es kennen. Abrams hat ein neues, ein alternatives Universum etabliert. Ob es ähnlich lange leben wird, wie die "klassische" Variante, ob wir eines Tages auch wieder Film- oder TV-Abenteuer in der "richtigen" Star Trek-Welt erleben werden? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich gleich das Haus verlasse, um mir meinen Weg zu nächsten Kino-Kasse zu bahnen, weil J.J. Abrams zumindest eine zweite Chance verdient hat, dieses nette, flotte und doch recht oberflächliche Popcorn-Abenteuer in eine neue Saga zu verwandeln.

Und weil ich keine Lust habe, mich wieder mit dem Kino-Personal herumzustreiten, weil ich keine Lust habe mich beim Betreten des Kinosaals wie ein Schwerverbrecher durchsuchen zu lassen, werde ich mir gleich den Film im schönsten Kino Karlsruhes anschauen.

God bless the Schauburg!

Mittwoch, 15. April 2009

Non-Gaming Interludium XXVI: Caprica

Ganz "versehentlich" fand vor einigen Tagen die Pilot-Episode von "Caprica", dem Spin-Off zu Battlestar Galactica den Seeweg in die schwedischen Gewässer der Freibeuterbucht. Ganz bestimmt und beabsichtigt fand sie kurz darauf den Heimatkurs auf meine Festplatte. Kurz gesagt, ich bedaure es etwas, dass ich noch bis nächstes Jahr warten muss, bis die Serie offiziell startet.

Nein, Caprica ist NICHT Battlestar Galactica. Definitiv und überdeutlich NICHT!

Und doch hat es genügend Gemeinsamkeiten mit BGS, dass man die gezeigten Ereignisse um die (erneute ;) ) Entstehung der Cylonen nicht als Fremdkörper, sondern als logische und stimmige Erweitung des BGS-Universums empfindet. Gut, der Begriff "Continuity" klingt bei einem Prequel vielleicht etwas unpassend, aber was man von Caprica sieht, der Alltag, die Menschen, ihre Lebensumstände, das Umfeld ... es passt, es ist stimmig, es gibt keine Brüche und/oder Ungereimtheiten zu dem, was man aus BSG schon kennt und gesehen hat. Optisch wirkt die Welt Caprica wie eine Mischung aus unserer jetzigen Zeit, dem Los Angeles der 40-50er Jahre, ein klitzeklein wenig Art Deco und einer guten Portion zeitnaher, "realistischer" Science Fiction. Uns als Erdenbewohner des Jahres 2009 vertraut, uns als BSG-Fanatics vertraut und dennoch einen Tick anders, fremdartiger. Die Kulisse ist hier wirklich nur der fast vernachlässigbare Hintergrund für die Handlung, die Charaktere, die Dialoge. Was natürlich, trotz diverser CGI-Einsprengsel, die Produktionskosten enorm senkt und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir neben dem Pilot und der ersten Season mehr erfahren, mehr sehen.

Wer angesichts diverser Vorabberichte befürchtet, dass Caprica nichts weiter als eine Art pseudo-peinliche BSG-Telenovela wird, der sei zumindest nach diesem Piloten beruhigt. Es geht, wie bereits erwähnt, immer noch um die Cylonen. Es geht immer noch um Religion und Weltanschauungen und Philosophie. Es geht um Politik, um organisierte Kriminalität (wer hätte je gedacht, dass Großvater Adama ein Anwalt des capricanischen Mafia-Äquivalents war?), um neue Technologien und ihre Folgen. Es geht um die Menschen, ihre Hoffnungen, ihre Ängste, ihre Begierden, ihre Träume.

Ich freue mich auf das kommende Jahr. Ich freue mich auf "Caprica"!

Sonntag, 22. März 2009

Zum Ende kommen

Neben mir steht ein Glas Rotwein mit exakt dem selben Füllstand, den es nach dem Ende des Einschenkens hatte. Drei Brotscheiben werden so langsam trocken und der Brie hat sich gemäß Newtons Gesetzen wunderbar der Telleroberfläche angepasst. Fünfneunzig Minuten lang musste diese rustikale und eigentlich verdammt leckere Brotzeit unangerührt darauf warten, dass ich mir ihrer wieder bewusst werde. Ich war aber anderweitig beschäftigt ...

Ich musste fünfundneunzig Minuten lang die Final Episode von Battlestar Galactica anschauen.

Das war's nun. Finito. Aus. Zu Ende. Vorüber. Vergangenheit.

Ein Teil von mir motzt zwar ein bisschen, weil Ronald Moore sich einen Dreck darum gekümmert hat, nun auch JEDES kleine Rätsel aufzulösen, aber der große Rest freut sich, dass Ronald Moore sich einen Dreck darum gekümmert hat, jedes kleine Rätsel aufzulösen. So wie sich Ronald Moore von Anfang an einen Dreck darum gekümmert hat, was wir Zuschauer und Fans gedacht haben, erwartet haben oder manche gar gefordert haben.

Science Fiction, das war und ist im Grunde ein Genre, welches sich im Medium Film in erster Linie über Äusserlichkeiten definiert. Raumschiffe, Aliens, abgehobene Pseudo-Technik und je nach Budget Spezialeffekte bis zum Abwinken. Dazwischen gibt es dünne Dialoge und eine Handlung, die man höflicherweise als rudimentär bezeichnen kann. Der überwiegende Großteil dessen, was wir an Science Fiction auf der Leinwand oder dem Bildschirm sehen können, ist nichts weiter als ein buntes Varieté-Theater, eine Freakshow zur Belustigung der Popcorn kauenden Massen, woran jedoch grundsätzlich nichts Falsches oder Schlechtes ist. Bitte nicht mißverstehen.

Doch irgendwann ist genug. Irgendwann hat man genug. Irgendwann reicht es, den immer gleichen Müll zu sehen, irgendwann kann man sich nicht mehr mit Effektorgien über lichtjahregroße Plotlöcher und belangloses Handlungsgezumsel hinwegtrösten. Nicht, dass Ronald Moore das Rad erfunden hat oder er der erste ist, der Charakterentwicklung und komplexe Plots, die über den üblichen "Bösewicht plant Böses und die Helden müssen es heldenhaft verhindern" hinausreichen, in die Science Fiction eingebracht hat. Auch ist er nicht der erste, der dies im Rahmen einer TV-Serie getan hat.

Das alles nicht.

Aber er hat es geschafft, in einer schrecklichen, SCHRECKLICHEN TV-Serie aus den 80ern das Potential für mehr zu erkennen und ein Remake hinzulegen, dass mit so jeden Vorstellungen aufräumt, wie Science Fiction im Allgemeinen und Battlestar Galactica im Speziellen auszusehen hat. Er hat es geschafft Produzenten und Schauspieler zu überzeugen, die ihm zum einen den notwendigen kreativen Freiraum und zum anderen ihr Talent und Gesicht zur Verfügung gestellt haben. Er hat nichts neues erfunden, er hat nur das, was er nach Jahren eines schaumgebremsten und handzahmen StarTrek-Next Generation schon immer machen wollte. Eine verdammt gute SF-Geschichte verdammt gut und überzeugend zu erzählen und auch zu einem verdammt passenden und guten Ende zu führen. Ein Ende, welches einen traurig und besinnlich und hoffnungsfroh und deprimiert und ein klein wenig kichernd zurücklässt.

Ich weiß, dass Spiele als Medium so nicht funktionieren. So nicht funktionieren können. Man kann in Spielen keine Geschichte so erzählen, wie sie ein Buch oder ein Film erzählen können. Aber wäre es nicht schön, wenn man die rudimentären Erzählstrukturen, die in Spielen möglich sind, dazu benutzt um im Rahmen der Möglichkeiten zumindest ein befriedigendes Ende hinzubekommen?

Mittwoch, 11. Februar 2009

Back to the Roots?!

Den Start der neuen Heroes-Folgen habe ich letzte Woche bewusst verpasst, weil ich diese Serie schon abgeschrieben hatte. Zu schrecklich war das letzte Herumgewürge. Aber vielleicht zu vorschnell abgeschrieben ...



Denn was ich soeben in der einen Folge gesehen habe ...



... und was sich sogar in der nächsten Folge fortsetzt ...

Vielleicht wird das doch noch was. Das so mit "Heroes", so.

Samstag, 17. Januar 2009

Oh Herr ...

Man sieht mich knieend vor dem Bildschirm, in tiefer Ehrfurcht und Verehrung die Gebetskerzen an meinem BSG-Altar anzündend ... es geht wieder los!



Hehe ... about fuckin time! :)