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Donnerstag, 17. Dezember 2009

Weder Ochs noch Esel …

Muhahahahahahahahahahaha!

avatar

http://www.heise.de/newsticker/meldung/DRM-Chaos-verhindert-3D-Vorpremieren-von-Avatar-888309.html

*gröhl*

*am boden wälz*

Gnihihihihihi!

*kicher*

Übrigens, der Slogan der CineStar-Kette lautet: “So macht Kino Spass!”

*tränen aus augen wisch*

Yesss! Knebeln und Knechten, bis es auch eines Tages wirklich jeder verstanden hat :)

Freitag, 11. Dezember 2009

Ja, genau, Kopfschuß!

"Borderlands" ist seit einigen Wochen erhältlich. Der Graphikstil macht neugierig, das Gameplay scheint nicht das allerschlechteste zu sein. Zeit für Borderlands hatte ich bislang aber nicht, so dass mir dieser Titel wohl erst irgendwann nächstes Jahr ins RAM kommen wird. Oder noch später. "Borderlands" schreit geradezu danach, in ein paar Jahren rein zufällig auf meinem Rechner zu landen. Oder nie.

Aber um das Spiel geht es diesmal nicht. Es geht um den vollkommenen Irrsinn, den sich die Verantwortlichen beim Release des ersten DLC-Packages für die PC-Version ausgedacht haben.

Man nehme ein Spiel und folge dem durchaus positiven Trend auf jedwedes DRM zu vezichten, den Datenträger nur mit einem simplen CD-Check zu versehen. "Borderlands" scheint sich (vielleicht nicht unbedingt deswegen) auch ganz gut verkauft zu haben. Es folgen die ersten Ankündigungen für DLCs. Soweit, so gut.

Nun dachte man sich aber, dass UNBEDINGT verhindert werde müsse, dass der kostbare, kostbare DLC von bösen Filesharing-Piraten verteilt wird. Also verpasst man dem Basis-Spiel (PC-Version) im Rahmen eines Patches, als Vorbereitung für den DLC, die Online-Variante von Securom. Im Basis-Spiel bleibt Securom inaktiv, es springt nur an, wenn ein DLC-Package installiert werden soll.

Natürlich wird das keinen Szene-Cracker davon abhalten, alle Securom-Handlers aus den "befallenen" Dateien zu poken und die bereinigte Version in Windeseile ins Netz zu stellen. Aber auch darum geht es nicht.

Ich kann jedoch nicht, beim besten Willen nicht nachvollziehen, was die Verantworlichen dazu bewogen hat, zuerst das Spiel ohne DRM zu versehen, die DLCs aber wieder mit Securom aufs Übelste zu vernageln. Ich verstehs nicht.

Aber ich muss ja nicht alles verstehen ...

Dienstag, 10. November 2009

The Downward Spiral

"The Downward Spiral" zählt für mich zu den besten Alben von Nine Inch Nails. Darin beschreibt Trent Reznor den seelischen, emotionalen Abstieg eines Menschen bis hin zu dessen Selbstmord. Mag sein, dass ich mich mit dem nun folgenden Vergleich ein wenig "arg" aus dem Fenster lehne, aber angesichts der aktuellen Quartalsergebnisse von EA schoß mir diese Assoziation durchs Hirn.

Denn in der Abwärtspirale befindet sich der einstige Branchenführer Electronic Arts schon seit einer Weile. Aktueller Stand: Noch höherer Verlust als letztes Jahr, zusätzlich zu den 1000 Stellen vom Vorjahr werden nun nochmals 1500 Angestellte entlassen, über ein Dutzend geplante Titel sollen eingestellt werden.

"It's in the game" tönte es noch vor zehn Jahren selbstbewusst aus Trailern und Anzeigen. EA, das war DIE schier unüberwindliche Festung im Spielemarkt. Damals!

Einstige sichere Bänke im Angebotskatalog entpuppen sich als mittelprächtige Ladenhüter, weil der Kunde genug hat. Der Versuch, dem Umsatz neue Flügel zu verleihen, in dem man dem übersättigten Publikum neue IPs und Konzepte anbietet, verlief, wenig verwunderlich, nicht so erfolgreich, wie das für einen Konzern wie EA notwendig wäre. Man erzielt keine Umsätze in der gewohnten Höhe mit Spielen, die nicht dem gängigen Muster entsprechen. Man erzielt aber auch nicht mehr die gewohnten Umsätze mit den Spielen, die dem gängigen Muster entsprechen, weil der Kunde dafür nicht mehr begeistert werden kann. Ein Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen gibt.

Ein Teufelskreis jedoch, dem auch andere Firmen unterworfen sind. Activision schwimmt zwar derzeit auf einer kommerziellen Erfolgswelle, befindet sich jedoch mit den Mega-Franchises "[insert music instrument] Hero" oder "Call of Duty" aber auf dem Scheitelpunkt dieser Welle. Weil der Markt nicht auf Dauer die ständigen Zuwachs(!)raten liefern kann, die für eine Firma dieser Größe erforderlich ist, um die Investoren bei Laune zu halten. Und sind die Investoren dauerhaft verärgert, ziehen sie ihre Anteile ab und einst große Konzerne stürzen in Sekundenschnelle ab, weil sie trotz solidem Tagesgeschäft und sich selbst tragenden Geschäftsmodellen DRINGENST auf die Gelder der Investoren angewiesen sind, um ständig neue Firmen/Konzepte/Ideen kaufen zu können. Firmen dieser Größe leben im Grunde nur noch in der potentiellen Zukunft ihrer Geschäftsprognosen, aus eigener Kraft kann man sich "dort oben" nicht halten.

Ich werde mich zwar hüten, den Zweiten Großen Videospielcrash auszurufen, doch sehe ich am Schicksal von EA die feurige Schrift an der Wand, die von eben diesem zweiten Crash kündet.

Wäre ich CEO eines großen Publisher, was könnte man tun?

Schrumpfen. Kleiner werden. Flexibler werden. Mehr Nischen besetzen, anstatt sich nur auf die jeweils größte Teilmenge zu konzentrieren. Diversifizieren. Sprich, aus den Fehlern der Musikindustrie lernen, die dachte, man könne Musik als Produkt, wie Kühlschränke oder Schraubenzieher, nüchtern am Fließband herstellen und trotzdem weiterhin in Massen verkaufen. Die dachte, man könne den Leuten jeden Scheiss verkaufen, weil sie annahm, die kommerziellen Erfolge bestimmter Superstars und Castings-Bands ließen sich linear und vorhersehbar einfach in die Zukunft extrapolieren. Die dachte, man könne ein hochemotionales Ding wie "Musik" bar jeder Emotion auf maximale Umsatzsteigerung trimmen.

Wäre ich aber tatsächlich CEO eines großen Publishers, ich würde einen Scheissdreck in dieser Hinsicht tun. Ich würde alles tun, um kurzfristige Erfolge zu erzielen, damit ich meine Boni sichern kann und nach mir doch die Sinflut. Würde ich das Ziel verfolgen wollen, die Firma kleiner zu machen, um ihre Existenz dauerhafter zu sichern, ich würde mir selber finanziell MASSIV schaden und würde zudem innerhalb weniger Stunden vom Aufsichtsrat abgesetzt werden, da dieser in der Regel aus Leuten besteht, die noch weniger in der Realität verwurzelt sind als ich.

Von daher ... der Crash wird kommen, muss kommen. Der Crash ist untrennbarer Bestandteil eines Wirtschaftssystems, welches nur ewiges Wachstum kennt, somit aber mit der Wirklichkeit kollidiert, die kein ewiges Wachstum zulässt, so dass ein Crash unabdingbar ist, um vom neuen, niedrigeren Stand aus wieder zu wachsen, um das Heilige Wachstumsmantra nicht aufgeben zu müssen. Sprich, natürlich wird es nach der Abwärtspirale wieder aufwärts gehen ... bis zum Scheitelpunkt, an dem sich wieder alles umkehrt.

Nein, ich habe keine Lösung für dieses "Problem", die das Problem löst, ohne jedoch die Rahmenbedingungen zu ändern. Das einzige, was man hier tun kann, ist klein und flexibel genug zu bleiben, um die Schockwellen auszureiten, welche die dann fallenden einstigen Giganten auslösen.

Freitag, 6. November 2009

Marktöffnung

Blizzard streicht für Starcraft 2 den LAN-Modus.

Infinity Ward streicht für Call of Duty 6 die Mod-Unterstützung und dedizierte Server.

John Carmack springt auf den Zug auf und möchte für "Rage" ebenfalls keine dedizierten Server anbieten.

Alle drei geben vollkommen fadenscheinige Gründe an, die alle den Umstand kaschieren sollen, dass man die möglichst komplette Kontrolle über das Spielgeschehen erlangen möchte, um auch nach dem Kauf des Spieles besser in die Taschen der Spieler greifen zu können. Ich rege mich in diesem Zusammenhang eigentlich nur über die übliche Verlogenheit und das verschleiernde Corporate-Gefasel auf. Aber darum geht es mir heute nicht. Wenn einige Firmen ihr Produkt für PC-Spieler absichtlich unattraktiver machen wollen, dann ist das ihr gutes Recht. Ich muss es ja nicht kaufen, wenn mir das Angebot nicht zusagt.

In vielen Diskussionen zu diesem Thema wird erneut das Ende des PCs als Spieleplattform ausgerufen, was natürlich vollkommener Humbug ist. Schaut man sich die aktuellen Quartalsergebnisse der Major Publisher an, so sehe ich bei vielen im Vergleich zum Vorjahr sogar (erneut) gestiegene Marktanteile des PCs am Gesamtprogramm. Marktanteile, auf die KEIN Major verzichten möchte. Der PC als Spieleplattform ist lebendig und gesund wie eh und je. Aber auch darum geht es mir heute nicht.

Nein, ich möchte nur darauf hinweisen, dass solche Entscheidungen bei anderen Entwicklern und Anbietern Freudentänze und Luftsprünge auslösen. So wie letztes Jahr ein Mitarbeiter von Relic in einem Interview der Konkurrenz viel Spass beim Wechsel von PC- zu Konsolenspielen wünschte, da so natürlich mehr Marktanteil für Relic abzugreifen ist, so wird sich die Konkurrenz von Blizzard und ID und Infinity Ward denken ...

"Cool! Sollen die Firmen, die seit Jahren die PC-Szene in bestimmten Gernes dominieren und uns nur Brotkrumen übriglassen, doch gerne, ZU GERNE ihre Spiele für die PC-Zielgruppe unattraktiver machen und verstärkt oder gar ausschliesslich nur noch auf Konsolen setzen. Wenn man dort freiwillig das Feld räumen will, dann soll man das doch bitte tun *kicher, lach, freu*"

Von daher ... nicht so arg aufregen, Jungs. Freut Euch lieber auf künftige Spiele für Euren Geschmack und Eure Bedürfnisse, die dann aber von Entwicklern kommen, von denen ihr noch nie etwas gehört habt.

Mittwoch, 4. November 2009

Kundschaft ...

Was tut man, wenn man sieht, dass eine aufgeregt mit zwei Polizisten gestikulierende Dame zusammen mit selbigen kurz darauf die lokale Gamestop-Filiale betritt?

Man läuft drei, vier Schritte weiter, zögert kurz und schliesst sich dem Trio an. Nicht auszudenken, wenn man hier etwas verpassen könnte.

Um was es genau ging, ließ sich nicht feststellen, da ich weder der anhaltend aufgeregt gestikulierenden Dame, noch den beiden Streifenpolizisten oder gar der etwas angenervt wirkenden Verkäuferin zu nahe treten wollte, die in diesem Moment mit dem nichtsahnenden Store Manager telefonierte, um den Vertretern der Staatsgewalt die korrekte (private???) Wohnanschrift des Store Managers zu nennen. Auf dem Tresen stand jedoch ein PS3-Karton samt in den Lasche eingeklemmter Rechnung. Die aufgeregt gestikulierende Dame textete derweil den anderen Polizisten mit den Worten "Straftat" und "Betrug" zu. Wer weiß, welch häßliche Dinge sich hier abgespielt haben, welch Traumata die Dame durchleiden musste oder welch Frechheit sich Gamestop mal wieder gegenüber dem Kunden herausgenommen hatte.

Ich verdrückte dennoch ein paar Mitleidstränen im Geiste für die bedauernwerte Verkäuferin. In solchen Situationen schlägt mein altes Kundenservice-Herz und ich muss unwillkürlich die Seite HINTER dem Tresen ergreifen, wohlwissend, mit welchen dumm-dreisten Vollidioten in der Gestalt offiziell höflich zu behandelnder Kunden man sich den lieben, langen Tag herumschlagen muss.

Doch alles Mitgefühl war vergessen, als ich im Regal die üblichen Dummy-Hüllen für Starcraft 2 sah. Im Vorverkauf. 20% Rabatt, wenn man jetzt Gamestop Geld in den Rachen wirft und dann etwa dreissig Jahre warten muss, bis Blizzard endlich geruht dieses Spiel zum Presswerk zu schicken. Tolles Angebot! Direkt neben den Vorverkaufshüllen für "Alan Wake". Ich kann ein teufliches Grinsen nicht unterdrücken, schnappe mir beide Hüllen und wandere zur Theke.

"Entschuldigung!"

"Ja?" Die immer noch mit dem Store Manager telefonierende Verkäuferin schaut gehetzt auf und schiebt instinktiv den PS3-Karton zur Seite, will das Gespräch mit Store Manager und Polizist wohl mit der Ausrede "Habe Kundschaft" beenden. Ich bin ein Miststück und antworte ...

"Oh, sorry. Nein, machen Sie hier ruhig weiter. Ich kann warten!" Schliesslich habe ich jetzt eine gute Ausrede, um näherzutreten und besser lauschen zu können.

Dummerweise kommt zum einen eine Kollegin zur Hilfe und zum anderen scheint die Polizei alle notwendigen (für was auch immer) Infos bekommen zu haben und verlässt das Geschäft. Die Dame gestikuliert nicht mehr. Stattdessen zieht sie nervös an einer Zigarette.

Nun gut. Man kann nicht alles haben.

"Ja, eine Frage. Ich sehe hier Vorbestellungen für Starcraft 2 und Alan Wake. Haben Sie denn dafür schon Releasetermine?", frage ich mich heimtückisch unwissend stellend.

"Warten Sie, da muss ich mal in den Computer schauen.", antwortet die nicht unhübsche Kollegin, mich bereits den Geldbeutel zücken sehend.

"Ja, Starcraft 2 erscheint so um den 15.11 und zu Alan Wake sehe ich hier 1. Quartal 2010".

"Hmm, 15.11 dieses Jahr? 2009?"

"Ja, der 15.11. Aber es kann sich vielleicht um ein, zwei Wochen verschieben. So genau sind diese Angaben nicht zu nehmen."

Ach, echt jetzt?

"Nein, ich wollte wissen, ob Starcraft 2 NÄCHSTES Jahr Mitte November erscheint oder steht da bei Ihnen tatsächlich der 15.11. 2009?", frage ich mit Nachdruck.

"Ähh, warten Sie ...". Verunsichert schaut die nicht unhübsche Kollegin wieder in den Computer. Konzentriert wird getippt und die Pupillen bewegt. "Ja, so um den 15.11. Also diesen November. Jetzt dann."

Fein. Gamestops Computer haben noch nicht mitbekommen, dass im Sommer (!) der Releasetermin auf vorläufig Anfang nächsten Jahres verschoben wurde. Ich will nicht wissen, wieviele Trottel gutgläubig Geld abgelatzt haben, nur um in zwei Wochen blöde im Laden zu stehen.

"Das kann nicht sein. Laut Blizzard wurde der Termin im Sommer (ich betone das Wort "Sommer" extradeutlich) auf frühestens Anfang nächsten Jahres verschoben. Nehmen Sie jetzt auch Vorbestellungen für Diablo 3 entgegen?", frage ich ironisch scherzend.

"Ähh, Diablo 3? Warten Sie, da muss ich mal im Computer schauen.", antwortet die nun etwas verwirrte, aber dennoch nicht unhübsche Kollegin und beginnt konzentriert auf die Tastatur einzutippen.

Ich habe genug vom arme, bedauernswerte Gamestop-Verkäuferin-Quälen und gebe Bescheid, dass ich doch kein Interesse habe, lieber warte, bis das Teil definitiv in den Läden steht und verlasse das Geschäft. Vor der Tür treffe ich die Dame an, wie sie immer noch mit der Polizei diskutiert.

Kunden sind ätzend. Wie schön wäre das Geldverdienen ohne Kundschaft!

Montag, 2. November 2009

Ich hasse Wochenenden

Am Samstag begab ich mich gemächlich in den Elektronik-Supermarkt meines Mißtrauens, um mich über die Preislage bez. bestimmten Hardware-Zubehörs zu informieren. Dabei stieß ich zu meiner großen Verwunderung auf ganze Regale voller ... ich weiß nicht, wie ich das genau bezeichnen soll, was ich da sah ... voller "Software". Ja, Software. In Kartons. Und DVD-Hüllen. Ehrlich jetzt. Ich erzähle hier keinen Unsinn. Software, die man in die Hand nimmt und zur Kasse trägt. Dann jedoch grub meine Verstand alte Erinnerungen aus. Erinnerungen, bei denen ich mir zusah, wie ich früher die Hand austreckte, mir so einen Karton oder eine DVD-Hülle griff und damit zur Kasse ging. Mit den Füßen. Zu einer Person. Einer echten Person. Keine KI. Keine Shopping-Software. Dort habe ich dann mein Spiel mit Geldscheinen bezahlt. Was ich normalerweise ja nur mit Eiern, Käse und Gemüse auf dem Markt tue. Scheinbar war das früher auch "normal" für Software. Damals.

Heute jedoch, heute muss ich mich anstrengen, um das Spiel zu benennen, das ich dieses Jahr "analog" eingekauft habe. Mir fällt nichts ein. Es drängt sich nur der Name "Drakensang" immer wieder in den Vordergrund, aber das war doch letztes Jahr? Habe ich letztes Jahr im Sommer, vor knapp 10 Monaten zum letzten Mal ein Spiel im Laden gekauft?

Scheint so.

Gut, zwischendrin immer wieder ein paar Schnäppchen auf eBay, aber im Laden? Und dann zum vollen Preis? Ja, auch hier ist "Drakensang" das letzte Spiel gewesen, der letzte Titel, für den ich 40 € ausgegeben habe.

Doch anstatt dass ich mich nun wie Hulle über all das eingesparte Geld freue, habe ich mir vor einigen Tagen angeschaut, wieviel Geld in diesem Jahr von meinem Girokonto via Paypal an diverse Indie-Entwickler und Anbieter wie GOG, Impulse oder Valve geflossen ist. Mir ist fast schlecht geworden ...

Schuld sind daran hauptsächlich zwei Dinge:

1. Niedrige Preise
Anstatt 30-50 Euro für ein Spiel zum Fenster rauszublasen, das entweder nach 4 Stunden durchgespielt ist oder nach nur einer halben Stunde, kaum angetastet, für immer in der Software-Gruft verschwindet, investiert man meist nur ein paar Euro. Die Kaufhemmung ist gering, der Impulskauf bei Preisen von nicht mehr als 5-15 Euro die Regel anstatt die Ausnahme.

2. Weekend-Deals
Nachdem Valve letztes Jahr zum ersten Mal ein paar Zahlen veröffentlichte, welche zt. vierstelligen Umsatzsteigerungen man mit den sog. Weekend-Deals erzielen konnte, da blieb nicht nur mir die Spucke weg. Mittlerweile findet sich der "Weekend-Deal" bei allen Plattformen und Portalen, die um die Gunst des Käufers buhlen. Brav ballert man jeden Freitag mein Postfach mit den neuesten Info-Mails zu, damit ich die Absender mit Zahlungen meinerseits zuballere. Was in diesem Jahr sehr oft gelungen ist. Sehr, SEHR oft.

Ich hasse Wochenenden. Meine Bank hingegen freut sich.

Damn you all! Damn you!

Freitag, 30. Oktober 2009

Sie werden es nie lernen ...

Gestern ging die offizielle Seite zu "Avatar", James Camerons neuem Mammutprojekt online. Pünktlich dazu gibt es auch einen dreieinhalb Minuten langen neuen Trailer.

Soweit, so normal im Film-Advertising. Ankündigen, anfixen und in die Kinos treiben. Hätte in meinem Fall als SF-Fan im Allgemeinen und Cameron-Fan im Speziellen auch wunderbar geklappt.

Doch aus Gründen, die sich meinem logik-basierten, auf einem gesunden Menschenverstand bauenden Bewusstsein entziehen, ist dieser Trailer (!) mit einem Region-Lock versehen. Wollte ich diese "exklusiven" Yahoo-Inhalte sehen, müsste ich wahrscheinlich schnell mein custom-pimped Apple MacBook Air schnappen, den Chaffeur anweisen mich zum Flughafen zu fahren, damit ich dort in meinen Privatjet steige, um zum Frühstück kurz nach New York zu düsen. Nur um Daten anschauen zu können, die mich dazu bewegen sollen, Ende Dezember hier in Deutschland Geld für den vollen (!) Film auszugeben.

*kopfschüttel*

Wisst ihr was? Fuck you!



Dann warte ich eben auf den 1024p-BluRay-Rip und schaue mir das Teil vollkommen restriktionsfrei, mit Bier, Chips und gekleidet im schmierigen Feinrip-Unterhemd zu Hause an. Ach, das findet die Industrie nicht gut? Dann stellt Euch eben nicht so dämlich an, ihr Hornochsen!

Es wird Zeit, dass man auch Filmemacher direkt via Paypal bezahlen kann, um danach den Film in einem DRM-freien Format direkt von deren Seite zu laden. Ohne Restriktionen, von jedem Ort der Erde aus, ohne regionale Unterschiede.

Eine Welt, ein Internet.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Die Faust in der Tasche

Man stelle sich vor, man ist so dumm und möchte seine Brötchen tatsächlich mit der Entwicklung, der Herstellung, dem Vertrieb von Computerspielen verdienen.

Man stelle sich ferner vor, wie toll es ist, wenn man sogar die Möglichkeit hat mit Veteranen der Branche zusammen zuarbeiten. Und wenn es, wie im Falle von John Romero, nur darum geht, wüste Geschichten aus den Glorreichen, den Wilden Jahren dieses doch noch recht jungen Mediums aus erster Hand zu erfahren.

John Romero hatte vor einer Weile ein paar Investoren gefunden, hat Slipgate Ironworks gegründet und bastelt seit etwa zwei Jahren an einem nicht näher definierten MMO. Man stelle sich vor, man würde dort engagiert und würde engagiert an eben jenem Titel arbeiten und in den Pausen wüsten Geschichten lauschen, wie John früher bei Ion Storm ... oder er und Carmack, als die Frau in der Kneipe ... oder wie Tom Hall damals ...

Man stelle sich vor, man arbeite also in einer kreativen, freien und anregenden Umgebung, umgeben von anderen Leuten, die auch nichts weiter tun wollen, als kreativ, frei und anregend an einem gemeinsam Projekt zu arbeiten. Toll, nicht? Würde, wie ich in meiner jugendlichen Naivität annehme, wohl jeder von uns gerne tun.

Man stelle sich nun aber vor, die Finanzkrise ginge nicht spurlos an unserem kleinen Entwickler-Paradies vorbei, es würden vielleicht Investoren abspringen oder zugesagte Milestone-Gelder würden ausfallen, eventuell wäre dadurch sogar das Projekt als solches gefährdet. Es passiert, was in solchen Situationen oft genug passieren muss. Man baut Personal ab, weil nicht mehr genug Geld da ist, um die Gehälter zu bezahlen. Das ist schon schlimm genug, zerstören solche Ereignisse doch gewachsene Strukturen und das fragile Beziehungsgeflecht, welches notwendig ist, um eine gesunde und konstruktiv-kreative Arbeitsumgebung zu schaffen, die absolute Grundvoraussetzung ist, wenn man im überfüllten MMO-Markt sich von der Masse entsprechend absetzen möchte.

Man stelle sich nun vor, wie sich entlassenen und verbliebenen Angestellten fühlen mögen, wenn diese Angelegenheit (Quellen sprechen von etwa 50 entlassenen Leuten bei Slipgate) offiziell von einem Sprecher der Firma folgendermaßen kommentiert wird:

"As part of our focus on reaching the widest possible audiences with breakthrough MMO entertainment, we decided to change the format of our project at Slipgate Ironworks to better achieve this aim. The game we'll launch will build on the efforts to date with a smaller core team and the other Slipgate staff are already in discussions around the many open positions across our slate of projects."

Alles easy, alles im Griff, alles unter Kontrolle, alles bestens und alle Zeichen stehen auf Wachstum und Prosperität.

In Momenten wie diesen ballt sich meine rechte Faust, um genau das zu tun, was Menschen mit geballten Fäusten normalerweise tun. Zuschlagen! Mitten in die Fresse. Bis das Blut fliesst.

Ich hasse dieses Corporate Speak. Ich hasse dieses Neusprech, diese schönfärberischen Uminterpretationen, die Verleugnungen und die zT. dreisten Lügen, mit denen nach Aussen die heile Welt und blühende Landschaften vermittelt werden sollen. Ich hasse es, wenn man Menschen wie rechtlose Ressourcen behandelt. Und als ich gestern Nachmittag im Buchladen meines Vertrauens erfahren habe, dass selbiger zum Ende des Jahres schliesst, weil die zum Douglas-Konzern gehörende Buch-Kette "Thalia" ihren Plan zur alleinigen Herrschaft über die Einkaufszonen deutscher Städte weiter nach Plan ausführt (in Karlsruhe und anderen deutschen Städten werden systematisch kleine Buchhändler aufgekauft und nach ein, zwei Jahren dichtgemacht, damit die Kunden lieber in die neuen Thalia-Läden gehen), da ballte sich mir nicht nur die Faust in der einen Tasche, sondern in der anderen Tasche klappte dann das Messer auf.

Zuerst zuschlagen, dann aufschlitzen. Von einem Ohrläppchen zum anderen. Vorne rum.

Ich könnte jetzt natürlich abgeklärt und gelassen was von Marktbereinigung und den üblichen Konzentrationsentwicklungen erzählen. Ich könnte etwas von "üblich, ist halt so, business as usual" erzählen und so tun, als ob es nicht nur vollkommen normal wäre, nein, sondern auch GUT so wäre, wie es ist. Denn der Markt, der sorgt dafür, dass wir reich und wohlhabend sind, nicht?

Ich will aber nicht.

Ich bin pissed.

Und mache mir so meine Gedanken, was man tun könnte, um derartige Lebens- und Denkstrukturen zu umgehen, zu ersetzen, zu ändern. Nein, weder kann ich fertige Lösungen anbieten, noch erhebe ich den Anspruch jemals eine fertige Lösung anbieten zu können. Ich mache mir aber meine Gedanken. Und bin der Faust dankbar, dass sie nicht ausfährt und ihr Werk verrichtet.

Schlicht und einfach aus dem Grund, weil ich somit wütend und motiviert bleibe.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Fettnäpfchen und der stete Tropfen

Nehmen wir einmal an, ich wäre ein verantwortlicher Angestellter bei Bioware.

Nehmen wir ferner an, ich würde mir überlegen, was man denn mit dem Großteil der Graphiker und Designer anfangen könnte, die nach der Fertigstellung des Spieles dezent Däumchendrehend herumsitzen und darauf warten, dass sie entsprechend den Gepflogenheiten der Branche gefeuert werden.

Nehmen wir zudem an, nach der Fertigstellung des Spieles erscheint das PC-Spiel, hier "Dragon Age: Origins" nicht sofort im Handel, sondern wartet auf seine Konsolen-Cousins, damit nach den Wünschen des Publishers (durchaus nachvollziehbar und sinnvoll) alle Versionen zeitgleich auf den Markt gebracht werden können.

Auf Basis dieser Annahmen nehmen wir weiterhin an, dass der verantwortliche Angestellte bei Bioware alle "redundant human ressources" (hach, ich liebe diese die Wirklichkeit verleugnenden Euphemismen) an zusätzlichen Inhalten für projektierte und bereits angekündigte DLC-Packages arbeiten lässt. So kann man die Zeit bis zum Release besser nutzen und kann dem Kunden sogar schon am Releasetag zusätzlichen Download-Content anbieten.

Der Publisher findet das gut, wie er natürlich alles gut findet, was schnellen, zusätzlichen Profit verspricht.

Soweit, so in der Vorstellungswelt der Industrie gar nicht mal so schlecht.

Doch Ach und Weh, der blöde Kunde, der von der Branche und vom Computerspielen ja so gar keine Ahnung hat und nur seinen feisten Arsch auf der Couch im Keller seiner Eltern breitsitzt, während er in Halo, vor Freude ins Headset kreischend, Teabagging an besiegten Mitspielern betreibt, jener blöde, verfressene, dumme Kunde weiß das alles gar nicht zu schätzen.

Bioware gibt bekannt, dass es pünktlich zum Release auch gleich den ersten DLC geben wird. Für 7 Dollar bekommt der Spieler eine zusätzliche Nebenquest mit neuen Items usw. usf.

Doch anstatt vor Freude in die Luft zu springen, sich vorzunehmen, beim nächsten Einkauf dann doch die allerbilligste Cola zu holen, um das Geld für den DLC locker zu machen, ballen nicht wenige Spieler weltweit vor Zorn und Ärger und Frustration die Faust und würden vor allem EA am liebsten ins Gesicht springen und ein paar Dollar für Benzin, Feuerzeug und Backsteine lockermachen. Denn diese Ankündigung kommt bei den Spielern folgerndermassen an:

"Hallo Kunde! Wir haben aus dem eigentlichen Spiel, welches Du für 50 Dollar kaufen kannst, Inhalte eigens rausgelassen und in ein DLC-Package gesteckt, welches Du für zusätzliche (!) 7 Dollar erstehen kannst, weil wir Dir soviel Geld wie nur irgendwie möglich aus der Tasche ziehen wollen."

Ja, das war jezzet a bisserl doof. Hätte man anders verpacken können. Vielleicht hätte man einfach einen Monat mit der Veröffentlichung dieser Inhalte warten sollen. Aber wenn die Umsätze der gesamten Branche einbrechen, weil der Kunde auf Grund der weltweiten Wirtschaftskrise weniger Geld für Luxusprodukte über hat, nimmt man auf solche Überlegungen keine Rücksicht, sondern ballert alles raus, was auch nur ansatzweise Geld bringen könnte. Hauptsache, man kann den Investoren im nächsten Quartal wieder bessere Zahlen liefern. Denn was kümmern uns ein paar beleidigte Kläffer in Foren oder die paar Dutzend angepisste Blogger mit ihren Reichweite von allenfalls ein paar Hundert Lesern?

So gesehen stimmt das natürlich. Vielleicht würde ich, getrieben von den sog. Sachzwängen (geilste Ausrede wo gibt), genau so entscheiden. Wer weiß das schon. Ich würde daher auch keinen Gedanken darüber zulassen, wie man auf lange Sicht immer mehr frühere Kunden vergrätzt und abschreckt und vorsichtig werden lässt, denn so ein Denken passt nicht zu dem Druck, alle drei Monate irgendwelche lustigen Zahlen gegenüber meinen Vorgesetzten zu rechtfertigen. Aber wenn irgendwann genügend Käufer lieber abwarten, bis es zu einem Spiel alle DLC-Packages gesammelt, "en bloc" zusammen mit dem Spiel gibt und erst DANN zu einem natürlich sehr viel geringeren Preis zuschlagen ... ich weiß nicht, ob das so im Sinne der Verantworlichen sein kann.

Aber mich fragt ja zum Glück auch keiner. Und wenn, Long-Tail und das Denken in zeitlichen Rahmen größer als das jeweilige Geschäftsjahr, sind weder in dieser, noch in einer anderen Branche "en vogue". Man würde mich nur auslachen und genauso weitermachen wie bisher. "Denn bisher ist doch alles gutgegangen, nicht wahr?", sagt sich der bedauernswerte Tropf, während er, nachdem er vom Dach des Hochhauses gesprungen ist, gerade am 10. Stockwerk vorbeifliegt ...

Montag, 28. September 2009

Seriously Fucked Up

Damit Gamer hierzulande und weltweit ein wenig Motivation bekommen, im Rahmen der Piratenpartei oder anderweitig, hierzulande und weltweit für eine Reformierung und Liberalisierung des Urheberrechtes zu kämpfen, findet sich bei Bluesnews folgende Meldung:

Who owns Planescape: Torment?

In einen Twitter-Posting eines Direct2Drive-Mitarbeiters wird die Frage nach möglichen Re-Release von "Planescape: Torment" wie folgt beantwortet:

@Daggity hah, would love to re-release Plancescape [sic]...if we could find someone who actually owns the rights! Sad.

Scheinbar hat Interplay sie nicht. Dort hat man scheinbar nur die Rechte am Code und den eigentlichen Art Assets. Die Vertriebsrechte schienen auf verschlungenen Wegen irgendwann bei Sierra/Vivendi gelandet zu sein, wo sie im Zuge der Fusion mit Activision wohl in den Besitz von Activision gekommen sind. Und da Mr. Kotick und andere Big Honchos in der Industrie nur ein Interesse an Spielen haben, die etliche Millionen Dollar im Jahr an Umsatz bringen, setzen die Rechte an nicht wenigen Spielen, der gigantische Backkatalog aus über 20 Jahren Videospielgeschichte bei nicht wenigen Rechteinhabern virtuellen Staub an. Und wenn man keinen Rechteinhaber ausfindig machen kann, wird trotzdem niemand ein derartig verwaistes Spiel verkaufen wollen, weil sich niemand dem Risisko aussetzen will, im Falle eines Spätmelders plötzlich Schadensersatz in erklecklicher Höhe zahlen zu müssen.

Viele Rechteinhaber hat kein Interesse an einer Verwertung dieser alten Titel, aber man will die Rechte dafür nicht freigeben, bzw. verlangt wahrscheinlich soviel Geld, dass potentielle Käufer abgeschreckt werden. Weil ... nicht, dass man diese Rechte zu billig veräussert und Dritte sich dann plötzlich goldene Tankstellen in ihre Privatgaragen für die vier Dutzend Ferrari stellen können. Neinnein, darum bleibt man lieber auf diesem Backkatalog sitzen. Was kümmert es einen multinationalen Unterhaltungskonzern, wenn so ein paar komische Freaks wieder die Spiele ihrer Jugend/Kindheit zocken und vor allem KAUFEN wollen? Sollen sich gefälligst die neuen Spiele kaufen. Deswegen macht man sie ja, dammich nochmal.

Die Freaks und Liebhaber und Gamer reagieren auf diese sture, kurzsichtige und restriktive Politik auf Basis rigider Urheberrechte mit dem technischen Mittel des P2P-Protokolls. "Planescape: Torment" finde ich bei einer Bittorrent-Suche derzeit in etwa einem Dutzend Schwärmen mit insgesamt aktuell etwa 300-400 Teilnehmern. Wenn das Gesetz derartige Blockaden aufstellt und die Rechteinhaber kein Geld verdienen wollen, dann eben so. Man ignoriert das Gesetz und kommt den Wünschen der Rechteinhaber ausdrücklich nach. Wenn man dort kein Geld verdienen möchte, dann eben nicht.

Gut, man könnte natürlich sagen: Lass es doch einfach so! Dieser Status Quo ist akzeptabel. Mag sein, dass die Rechteinhaber zu dumm zum Scheissen sind. Mag sein, dass das Urheberrecht weltweit die letzte Grütze ist. Mag sein, dass sich viele Leute wissentlich oder unwissentlich strafbar machen, in dem sie gegen diese Rechte und Gesetze verstoßen, wenn sie sich ein altes Spiel aus dem Netz ziehen, welches seit geraumen Jahren nicht mehr verkauft wird. Aber stört das jemanden großartig? Nein, also ... wozu der Terz? Weil am Piratenwesen die Welt genesen soll?

Nein, das am allerwenigsten. Aber was ist gegen eine Anpassung der Gesetzeslage an die Wirklichkeit zu sagen, wenn sich die gelebte Wirklichkeit einen feuchten Dreck um irgendwelche Buchstaben und Gesetze kümmert, wenn der einzige Schaden, der hier entsteht, sich in einem schnoddrigen "Mir doch egal" auf ein pikiertes "Das darfst Du aber nicht!" äussert?

Donnerstag, 24. September 2009

Nicht der Rede wert

Wäre ich im Besitz von Aktien einer großen Firma und hätte ich entsprechend Möglichkeiten Gerüchte zu streuen, ich würde durchaus überlegen, was man denn (natürlich nur rein theoretisch, selbstverständlich, also wirklich, echt jetzt mal) an Gerüchten in die Welt setzen könnte, um den Kurs der Aktie zu pushen (oder zu drücken), um daraus meinen Vorteil zu ziehen. Aktuell sieht man das an Gerüchten zu einer möglichen Übernahme von THQ durch den Medienkonzern Warner. Prompt schiesst der Kurs der THQ-Aktie in die Höhe. Was aber ausser einigen Industrie-Insidern und Investoren von THQ keine Sau interessiert. Zu recht, denn ob hier nun eine Firma aufgekauft wird oder nicht, ist für uns niederes Fußvolk in der Regel ohne Belang.

Bezüglich eines anderen Gerüchtes sieht es das Fußvolk aber etwas anders. Denn aus der Gerüchteküche wird mal wieder kolportiert, dass Microsoft angeblich Kaufabsichten für oder einen Einstieg beim Branchenriesen EA plant. Ich habe jetzt nicht eigens nachgeschaut, aber ich nehme an, dass der Kurs der EA-Aktie kurzfristig zugelegt hat, weil sich Aktionäre in ihrem irrationalen Verhalten in nichts von tumben Dorfbewohnern unterscheiden, die Kräuterweiber und andere dubiose Gestalten auf den Scheiterhaufen setzen, weil irgendjemand (vorzugsweise der örtliche Priester) ein Gerücht in die Welt gesetzt hat. Doch anstatt auch diese Geschichte entweder als das übliche, immer wiederkehrende Zombie-Gerücht ad acta zu legen oder sich mit einem Achselzucken wichtigeren Dingen zu zuwenden, tobt alldieweil die übliche, immer wiederkehrende Zombie-Diskussion über phöse Konzerne (aktuell ist bei der wankelmütigen Masse Activison böse und EA der Held der Welt), es wird in Feuerschrift der Untergang der Spiele an die Wand gemalt, wenn MS und EA gemeinsam alles dominieren, usw. usf.

Aber gut, nehmen wir einmal an, das Gerücht entspräche der Wahrheit und Microsoft würde EA tatsächlich übernehmen oder sich genügend Anteile und Einfluss verschaffen. Was würde denn passieren?

Nun, ein von Microsoft dominiertes EA würde zB. aufhören Spiele für die Plattformen von Sony und Nintendo zu veröffentlichen. Das würde Sony und Nintendo nicht freuen, denn weniger Spiele und etablierte Marken bedeutet weniger Attraktivität für die eigenen Plattformen. Dies würde also MS stärken und die Konkurrenz schwächen. Fragt sich nur, wie sehr. Schaut man sich an, welche Marken, Brands und Spieleserien auf Nintendos Konsolen dominieren, so stellt man schnell fest, dass EA in diesem Bereich Nintendo nicht großartig in die Suppe spucken kann. Aber man könnte schon eher Sony den Tag verderben, doch Sony hat eh schon genügend Probleme mit den verhagelten Bilanzen für die PS3, da würde das den Kohl auch nicht fett machen. Und da Sony bezüglich der PS3 sowieso einen gaaaaanz langen Atem benötigt, kann man in der Zeit neue Brands aufbauen, ist also nicht unbedingt auf EAs Katalog angewiesen. Sprich, nach meiner amateurhaften Einschätzung würde Microsoft durch eine derartige Übernahme nicht viel gewinnen. EA macht eh schon einen Großteil seiner Geschäfte mit PC- und 360-Spielen, der Verzicht auf andere Plattformen würde nicht viel bringen.

Aber nehmen wir einmal an, Mr. Ballmer hätte auf der Executive-Toilette zufällig einen dicken Geldumschlag zwischen den alten Zeitungen entdeckt und würde einfach EA aufkaufen, weil a) er sonst nicht weiß, wohin mit dem ganzen Plunder und b) die Kartellbehörden nichts zu meckern hätten. Was würde das für uns Gamer bedeuten?

Auch nicht viel. Es gäbe nur einen Konzern weniger, es hätte wieder ein Stück mehr Marktkonzentration stattgefunden. Mag sein, dass sich dies ein wenig auf das Angebot an aktuellen Chart-Titeln auswirken würde, aber sonst? Im AAA-Bereich herrscht auch so kreative Dürre und ein massives Überangebot der immer gleichen Produktionen. Wir würden wahrscheinlich nichts großarig vermissen oder gar bemerken, dass EA jetzt zu Microsoft gehört.

Doch nehmen wir einmal weiter an, dass es Microsoft eines Tages tatsächlich gelingen würde, mit der Übernahme großer Publisher die Konkurenz aus dem Markt zu drängen oder deutlich auf die Plätze zu verweisen. Was für Auswirkungen hätte das für uns?

Wir hätten für jedes Genre vielleicht nur zwei oder drei Chart-Spiele im Angebot, denn es wäre ja sinnlos, sich selbst mehr Konkurrenz zu machen. Microsoft würde tatsächlich bestimmen, was die große Masse spielt und wie sie sich die Zeit vertreibt und wo sie Geld ausgibt. MS könnte die Preise diktieren und willige Konsumenten nach Strich und Faden ausnehmen, ohne diese Kaufkraft mit anderen teilen zu müssen.

Wäre das schlimm?

Wenn ich ehrlich bin ... diese Vorstellung versetzt mich sogar ein wenig in Aufbruchsstimmung und gute Laune. Nicht, weil ich auf der Redmond'schen Lohnliste stehe und das Wort meines Meisters verbreite, sondern weil genau diese enorme Marktdominanz auch enorme Möglichkeiten für kleine Entwickler und Firmen bietet, welche die Lücken und Nischen besetzen können, die für einen Mega-Konzern wie Microsoft nicht mehr interessant wären. Denn je größer der Konzern ist, desto stärker muss er sich auf bestimmte Massen-Produktbereiche konzentrieren, weil die Nischen nicht mehr genug Umsatz erzeugen können, um die laufenden Kosten zu decken. Zwar hat MS mit XBOX Live Arcade einen Fuß im Indie-Bereich, doch stellen die dort verfügbaren Spiele nur einen Bruchteil des Angebotes dar. Diesen Bereich kann MS nicht dominieren, da es keine großen, zentralen Anbieter und einflussreiche Studios gibt, die man der Einfachheit halber aufkauft. Hier kann MS maximal nur auf GoodWill machen und sich einige Popularitätspunkte holen.

Alles in allem ... sollen sie ruhig. Nur zu. Auf geht's. Go, Microsoft, go! Big Corporate for teh win!

PS: Alle drei DSA-Rollenspiele gibt es nun auf GOG.com. Wer braucht da schon den neuen Chart-Scheissdreck? :)

Freitag, 18. September 2009

Warum DRM böse ist, Teil Fünfundrölfzig

Jaja, wieder die alte Leier. Kennen wir schon. Bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen. Erzähl uns was neues.

Aber gerne doch, die Herr- und Damschaften!

Für den Fall, dass bei Diskussionen mit Leuten, die entweder nicht wissen, was DRM letztendlich für sie bedeutet oder denen das egal ist, weil sie a) Geld zuviel und b) natürlich auch nichts zu verbergen haben, Euch die Beispiele ausgehen oder man auf die altbekannten Beispiele erwidert, dass das ja schon ein paar Jahre her ist und die Firmen das "so" nicht mehr tun, weil das DRM jetzt besser sei ...

Aktuell erleben Steam-User (via Bluesnews), was es bedeutet, wenn ein Anbieter ohne Vorankündigung und Vorab-Information der Kunden einfach ein gekauftes Spiel oder Features eines Spieles entfernt. Wer HL2 (oder eine der Episoden) besitzt und sich auf der Festplatte zusätzlich noch ein Windows 64bit-OS befindet, der kann sich schon seit einer Weile an einer 64bit-Version von HL2 und Episoden erfreuen, die sich durch eine etwas bessere Graphik (u.a. realistischere Lichtberechnung) und eine angebliche bessere Performance auf eben jenen Systemen auszeichnen soll.

Seit ein paar Tagen jedoch, da wundern sich manche Steam-Kunden, warum denn die alten Savegames nicht mehr funktionieren, respektive, warum sie nicht mehr im Load-Menü des Spieles auftauchen. Grund dafür ist eine Entscheidung von Valve, die 64bit-Version wegen einiger Fehler einfach komplett zu entfernen, anstatt dem Kunden zu einem späteren Zeitpunkt einen Patch zur Verfügung zu stellen. Einfach so, weil es dem Anbieter in den Kram passt, wird dem Kunden ein Feature weggenommen, OHNE dass der Kunde darüber informiert wurde, geschweige denn, ohne dass er dagegen etwas tun kann.

Lustig, nicht?

Ja, ich habe einige Spiele bei Steam gekauft. Auch HL2 und Episoden. Auf Grund anderer Vorfälle schlage ich jedoch dort seit einer Weile nur noch zu, wenn ich a) für Spiele, anstatt dem vollen Preis aka "meine Disk, mein Spiel, meine Kontrolle", nur noch einen Bruchteil bezahle, was auch eher dem Miet-Charakter von Steam entspricht und b) wenn ich die ge-steamte Exe des Spieles mit einer klassischen NoCD-Exe ersetzen und somit auch ein wiederhergestellte Backup unabhängig von Steam betreiben kann, wenn ich das Spiel tatsächlich "besitzen" kann.

Es wird noch viel Strom durch die CPU fliessen, bis genügend Kunden merken, wie sie hier permanent verhohnepiepelt werden, bis genügend Kunden den Geldbeutel stecken lassen (oder ihn nicht mehr willenlos zücken) und somit die einzig richtige und wirksame Antwort auf diese Denkweise geben. Aber kommen Beispiele, kommt die Erkenntnis :)

Dienstag, 15. September 2009

Prognose

In zehn Jahren spricht kein Mensch mehr von Activison, während Blizzard längst jemand anderem als Aushängeschild dient.

Warum ich das so behaupte und in den Raum stelle? Sollte Bobby Kotick, momentaner Boss von Activision Blizzard, die in diesem Artikel gemachten Äusserungen zur Unternehmenskultur genauso meinen, wie er sie gesagt hat, gehe ich fest davon aus, dass in zehn Jahren Activision entweder nur ein kleiner Publisher unter vielen sein wird, nur als Marke weiterexistieren oder ganz von der Bildoberfläche verschwinden wird.

Und wie komme ich zu diesem Schluss? Weil ich mittlerweile in zwei Firmen die Erfahrung gesammelt habe, dass mit dem Verschwinden einer entspannten und guten Arbeitsatmosphäre, gerade in kreativen Branchen, die Firma selber langfristig kein gutes Produkt mehr auf die Beine stellen wird. Ganz krass habe ich das bei CDV gemerkt, wo tatsächlich genau die Atmosphäre von "Kleingläubigkeit, Schwarzseherei und Angst" herrschte, die Kotick scheinbar allen Ernstes bei sich etablieren möchte. In einer solchen Umgebung KÖNNEN keine Produkte und Spiele entstehen, die Spass machen, die Freude bereiten. Eine solche Umgebung macht krank und wer denkt, dass dies keine Auswirkungen auf Kreativität, Produktivität und Qualität hat, wer denkt, dass man Mitarbeiter wie Maschinen optimieren kann, der mag auf kurze Sicht durchaus auf gewisse Erfolge verweisen können, langfristig schaufelt man sich so aber das eigene unternehmerische Grab, denn Innovation und Ideen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen kommen NICHT von Mitläufern, Arschbreitsitzern, Speichelleckern oder "nur" normalen Angestellten, die Punkt Fünfe den Griffel fallen lassen, weil sie lediglich Dienst nach Vorschrift machen.

Aber an langfristigen Unternehmenserfolgen sind die Manager von Heute ja gar nicht mehr interessiert, von daher ...

Der Niedergang Musikindustrie beruhte zu einem großen Teil darauf, dass man auf dem Höhepunkt des CD-Booms fast alle R&D-Abteilungen zusammengestrichen hatte und dachte, man könne den Boom mit am Fließband produzierten Castingsbands am Leben erhalten. Eine Weile hat das noch funktioniert, doch irgendwann war das Ende der Fahnenstange erreicht. Ich prophezeie der Spielebranche EXAKT das gleiche Schicksal, wenn man dort glaubt, Spielspass am Reissbrett passend genau herstellen zu können. Denn Spiele, das sind keine Kühlschränke oder Brötchen. Spiele sind hochemotionale Produkte, die beim Kunden kein Interesse mehr hervorrufen, wenn sie eben diese Emotionen nicht mehr ausstrahlen können. Nicht sofort und nicht von einer Minute auf die andere, aber allmählich werden sich die Leute von den Produkten der Majors abwenden.

Vom Höhepunkt des CD-Booms Anfang/Mitte der 90er bis zum Erreichen des derzeitigen Jammertals sind knapp 10 Jahre für die MI vergangen. Es ist gut möglich, dass vom Ende des derzeitigen Booms bis zur offiziellen Verkündigung der Großen Krise der Spielebranche weniger Jahre verstreichen.

Samstag, 12. September 2009

Schadenfreude

"Schadenfreude". Ein Begriff, der nicht nur seinen Weg aus dem Deutschen in das Englische gefunden hat, sondern der mir gerade auf der Zunge liegt, um die Gefühle zu beschreiben, die mich beim Lesen dieser News überkamen.

"Wolfenstein", der im Übermaß verkonsolidierte und mit zeitgemäßen Zielgruppen-MustHave-Features aufgedonnerte aktuelle Vertreter des Wolfenstein-Franchises, trotz seiner massenkompatiblen Ausführung und Anbiederung an all das, was derzeit als "im Trend" bezeichnet wird, liegt wie Blei in den Regalen. Japp, kein Schwein interessiert sich für das Spiel. In den USA, dem größten Spielemarkt der Welt, haben sich in den ersten drei Verkaufswochen lediglich 17.000 Käufer gefunden. Auch wenn man berücksichtigt, dass die Spieleumsätze in den USA generell massiv einbrechen und das Spiel in der traditionell schwachen Sommerzeit veröffentlicht wurde, so ist das nicht viel, um es höflich auszudrücken.

Komisch ... und dabei hatte man doch alles richtig gemacht, das Spiel am Reissbrett exakt nach den Bedürfnissen der Shooter-Zielgruppe entworfen.

Nazis? Check!
Blut und Gedärme? Check!
Zombies? Check!
Sandbox-Gameplayfeatures? Check!
Savepoints? Check!
Auto-Heal? Check!
Controller-optimiertes Gameplay? Check!
Magisches Superhelden-Gameplay-Erweiterungsdingenskirchen? Check!

Tja ... hat alles nichts geholfen. Woran es nun letztendlich gelegen hat, kann ich natürlich nicht sagen, nur spekulieren:

War es das Anbiedern an den Massengeschmack zu einem Zeitpunkt, an dem die Masse ihres momentanen Geschmackes überdrüssig wird? War es das uninspirierte Zusammenrühren irgendwelcher Features, Settings und Handlungsstränge, ohne dass sich aus diesem Kuddelmuddel ein koheräntes und sich von der Konkurrenz deutlich absetzbares Spiel herausgebildet hat? Nur ein "Me too", ein typischer 08/15-Konsolenshooter, welcher die Fans des Franchises nicht genug anzieht und ausserhalb des Franchises erfolglos in Call of Duty-Jagdgründen wildert? Es ist bezeichnend, dass nicht wenige Leute nach ihren ersten Eindrücken von "Wolfenstein" einfach auf den Nazi Zombie-Abschnitt von "Call of Duty: World at War" verweisen, der ihrer Meinung nach besser sei. Es scheint, als sei es dem Spiel "Wolfenstein" und dem Marketing nicht gelungen, die Essenz des Franchises herauszuarbeiten, deutlich zu machen, warum "Wolfenstein" eben KEINER der üblichen WK2-Shooter ist. Es scheint, als ob "Wolfenstein" bei Raven Software nur den Status einer hohlen Kommerz- und Auftragsarbeit innehatte. Beziehungsweise, dass das Feuer, die Kreativität und die Begeisterung, die im Team vorhanden sein muss, um aus einer reinen Auftragsarbeit ein bemerkenswertes Spiel zu machen, bei Raven Software nicht mehr gegeben ist. Been there, done that. Just another shooter to pay the bills.

Wie auch immer ... der geneigte Leser sieht mich ob dieser Nachricht nicht gerade in Tränen ausbrechen.

Der geneigte Leser sieht mich nur auf den Zeitpunkt warten, an dem es "Wolfenstein 3D" und "Spear of Destiny" bei GOG.com für jeweils 6 Dollar gibt. Und als Extra Klingeltöne fürs Handy ... "Mein Leben", "Guten Tag", "Halt, wer da!", Ausschnitte aus dem Horst-Wessel-Lied sowie eine DVD von "Der Goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz".



Hehe ... ich glaube, ich weiß jetzt, was dieser Neuauflage fehlte ... Trash! Wolfenstein war trashig, geschmacklos und trashig. So wie "Ilsa - She Wolf of the SS". Oder eben der oben erwähnte Streifen.

Montag, 31. August 2009

Bewährt und erfolgserprobt

Der eine oder andere wird es heute vielleicht mitbekommen haben.

Nintendo möchte, kaum dass auf Grund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise die Verbraucher weltweit und vor allem in den USA kein Geld mehr für Spiele übrig haben oder zumindest ausgeben wollen, sich Hilfe von Veteranen aus der Musikbranche holen, die schon dort erfolgreich dafür gesorgt haben, dass die CD-Verkäufe trotz Massenklagen und Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe weiterhin mit zweistelligen Prozentzahlen Jahr um Jahr ... sinken!

Denn wenn der Kunde nicht mehr kaufen möchte, dann muss er gefälligst dazu gezwungen werden. Dann muss man massiv gegen die Anbieter von Zusatzmodulen und Modpacks für den DS und die Wii vorgehen. Dann muss man natürlich auch dem Gesetzgeber weitere Zugeständnisse abringen und NATÜRLICH muss man dann auch die Provider dazu zwingen, endlich all die unzähligen Shops und ROM-Seiten zu sperren, die hauptverantwortlich für die immensen Verluste der letzten Jahre waren, die Nintendo seit Markteinführung des DS und der Wii erlitten hat.

Gut, da gibt es eine Stimme in mir, die angesichts einer derartigen Meldung nur müde lächelt, weil sie weiß, dass hier in erster Linie eine Botschaft an die Investoren gesendet werden soll: "Schaut her, wir tun was gegen die schlechten Geschäftsergebnisse!". Denn sogar Nintendo ist es nicht möglich auf Knopfdruck die Weltwirtschaft in den Zustand von 2007 zu versetzen, als das Geld so reichlich auf den Kreditkarten der Kunden vorhanden war, dass diese sich gar nicht mehr anders zu helfen wussten, als sich bis über beide Ohren mit Hardware und Spielen einzudecken. Also meint man die Investoren ausgerechnet mit Maßnahmen bei Laune zu halten, die angesichts anhaltender Umsatzrückgänge sogar die noch verbliebenen Investoren der Musikbranche zu einem allmählichen Umdenken bewegt haben. Denn man sollte nicht glauben, dass die Abkehr der MI von DRM auf der Basis spontan ausbrechender Menschenfreundlichkeit geschah. Nein, hier wurde hinter den Kulissen mächtig auf den Putz gehauen. Aber hey, wenn Big N meint, dass das klug ist, dann soll Big N das so tun.

Dann gibt es allerdings noch die andere Stimme in mir. Ihr könnt Euch denken, was diese Stimme am liebsten sagen würde. Ich erspare es mir an dieser Stelle diese Unflätigkeiten gegenüber Nintendo zu wiederholen.

Denn es gibt noch eine dritte Stimme. Die an dieser Stelle, gerade in Richtung Japan, die erste der Vier Edlen Wahrheiten des Buddhismus rezitieren möchte:

"Zu Leben bedeutet zu leiden. Wollen, was man nicht bekommen kann. Bekommen, was man nicht will."

Jungs, lasst doch einfach los. Denn nur im Loslassen liegt der Schlüssel zum Glück! Wer zu sehr versucht, das festzuhalten, was er begehrt, der wird alles verlieren, was wichtig ist. Schaut Euch die MI an. Erkennt, was hier passiert und warum es passiert. Oder lasst es bleiben. Eure Wahl ...

Montag, 10. August 2009

Oh Gott, wir werden alle stärben!

*dezent unzusammenhängendes geschwurbel zum wochenstart*

Hiermit verspreche ich der Spieleindustrie aufrichtig, keine Blogpause mehr einzulegen, denn kaum schreibe ich hier nichts mehr, verkünden Quartalsberichte und Unternehmensberatungen von schlechten Zeiten, von Doom und Gloom und dem Ende der Welt.

Das Wachstum in der Spieleindustrie wird sich abschwächen. Nur noch einstelliges Wachstum, anstatt der Ziffern zwei, wie das in den Jahren zuvor noch Usus war.

ohgottohgottohgottohgottohgottohgottohgott ...

Prompt brechen die Umsätze in den zwei größten Videospielmärkte, in den USA und Japan ein. Zum Teil dramatisch ein. Denn in Japan merken die Leute allmählich, dass man nicht auf sieben Konsolen und Handhelds gleichzeitig spielen kann, so dass sogar Nintendo rückgängige Umsätze vermelden muss. Obwohl das meines Wissens laut der japanischen Verfassung gar nicht erlaubt ist, oder nicht? In den USA sind die Leute vorsichtig geworden und kaufen nicht mehr so sorglos gigantische Plasma-Bildschirme und Spiele-Hardware samt Spiele auf Pump, wie das sonst üblich war. Große Publisher wie Ubisoft, EA oder Activision vermelden herbe Verluste oder Geschäftsergebnisse weit unter den Erwartungen, bereiten die Aktionäre schon einmal auf wenig Erfreuliches vor. Man liest vermehrt von Studioschliessungen und abgebrochenen Projekten.

Alles ganz schrecklich! Alles ganz arg schrecklich!

Und ich bin Schuld!

Aber keine Sorge, Hilfe naht!

Wer die News der letzten Wochen verfolgt hat, dem wird nicht verborgen geblieben sein, dass Ubisoft nächstes Jahr ein neues, mal wieder angeblich unknackbares Kopierschutzsystem vorstellen möchte, denn die Ursachen für all diese Umsatzrückgänge liegen natürlich bei den chlimmen, phösen Raubmordneonazikinderschänder-Kopierern. Bei wem denn sonst, hmmm? Scheinbar wurde wieder korreliert, anstatt kausale Zusammenhänge herzustellen, denn der nicht ganz unerwartete Erfolg des aktuellen Spieles der Anno-Serie führte dazu, dass Ubisoft im letzten Quartal mit PC-Spielen die meisten Umsätze erzielt hat. Laut typischer Schlipsträgerlogik lag dies bestimmt an Online-Aktivierung und Installations-Limit. Sprich, wenn man diese Systeme verschärft, macht man mehr Umsätze. Oder nicht?

Hach, die Spieleindustrie ... immer für einen Lacher gut! :)

Und da mit zunehmender Muße zum Schreiben auch die Temperaturen wieder ein wenig fallen, werden sich in nächster Zeit wieder Gedankengänge in den Vordergrund schieben, die in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen sind. Als da wären ... was spiele ich als nächstes? Kann ich bis zum 20.08 (Pacific Standard Time) warten, bis Teil Zwei von "Tales of Monkey Island" erscheint? Oder soll ich mir "Wrath of the Lich King" zulegen, weil mir Marken- und Reputation-Farming als Spielmotivation für meinen Lv.70-Jäger doch etwas zu wenig ist? Oder soll ich mich mit Divinity 2 beschäftigen? Nach langer Zeit wieder Geld für ein Vollpreisspiel ausgeben? Oder soll ich, halbverhungert und soooooo sehr nach einem feinen Shooter dürstend, über diverse Schatten springen, meinen Ekel vor Savepoints, Healthregeneration und anderen typischen Konsolen-Features zähmen und dem neuen Wolfensteinspiel den "benefit of doubt" geben? Oder einen Tauchgang in die entlegenen Ecken der Sammlung unternehmen und mit Schätzen auftauchen, die seit einer Weile der Entdeckung harren? Hmmm, soviele Möglichkeiten ...

Ich könnte allerdings auch "Boston Legal" fertig schauen. Und weiterhin dem diskreten Charme von "Eureka" erliegen. Oder schauen, was es denn sonst noch auf dem TV-Markt an sehenswerten Serien gibt. Vielleicht mich ENDLICH mit "Lost" beschäftigen? Oder doch warten, bis die andere Abrahms-Serie "The Fringe" im Herbst weitergeht?

Auch könnte ich intime Details aus dem Leben der nicht ganz unhübschen Nachbarin vom Erdgeschoß berichten, die, während ich hier Zeilen schinde, in voller Lautstärke im Innenhof ein Telefongespräch führt, welches Liebesleid, berufliche Ärgernisse und all den anderen Lebenskram beinhaltet, der später in Büchern und Serien verarbeitet wird, zu denen Leser und Zuschauer später sagen werden, dass man derart unrealistische Dinge auch nur im Fernsehen sieht.

Aber ich will zum Schluss kommen. Vor allem, weil ich eigentlich vergessen habe, was ich ursprünglich sagen wollte. Muss wohl am Alter liegen. Oder an der Schwüle der Rheinebene. Oder daran, dass sie gerade berichtet, wie sie mit dem Noch-Freund Schluss machen möchte. Kann nicht weiterschreiben, muss genau zuhören!!!

Grüße! :)

Samstag, 25. Juli 2009

Wahahahahahahahahahaha ...

kleine pausenunterbrechung, hier muss ich was zu sagen :))

Vor etwa einem Jahr

Star Wars: The Force Unleashed erscheint nicht auf dem PC, weil ... >insert strunzdummes marketinggesabbel seitens lucasarts<

Heute

PC-Version angekündigt ... >insert schallendes gelächter meinerseits<


>insert hastig runtergeschluderte photoshop-verfremdung<

Sonntag, 19. Juli 2009

Fremdbestimmt

Prinzipiell ist es ja eine schöne Sache, wenn Dinge passieren, die in ihrer Eindeutigkeit die eigene Position verdeutlichen und stärken. Dann muss man sich nicht mehr den Mund fusselig reden, sondern kann einfach auf diese Vorfälle verweisen, wahlweise leicht bedauernd (wenn man dem Gegenüber tatsächlich helfen möchte) oder mit einem süffisanten Lächeln präsentieren (wenn man den Gegenüber in die Pfanne hauen möchte).

Doch dieses Vergnügen bezieht sich nur auf einen selbst, den kurzen Moment des "Hab ich's doch gleich gesagt", das triumphierende "Wusst ich's doch!". Der Moment verstreicht, wird schale Erinnerung. Denn oft genug lernt der Gegenüber nichts aus diesen Ereignissen. Sie werden ignoriert, verleugnet, verdrängt, als Zufall abgetan. Man möchte nicht verlieren, man möchte sich nicht eingestehen falsch gelegen zu haben. Von daher bin ich mir nicht sicher, welche Lernwirkung das neueste DRM-Debakel haben wird, über welches aufmerksame Leser gestern in so ziemlich jedem IT-Newsmagazin oder der entsprechenden Rubrik großer Nachrichtenportale nachlesen konnten.

Bezogen auf den Spielebereich könnte man natürlich sagen, dass hier jedwede Aufregung fehl am Platze ist. Wer im Glaushaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Denn das genaue Gegenstück zu der Möglichkeit von Amazon, Inhalte auf den Kindle-Lesegeräten der Kunden nach Belieben zu manipulieren, sind die allseits beliebten MMOs, die ihren Inhalt direkt von den Servern der Betreiber beziehen. Ein MMO-Betreiber bestimmt en Detail, was der Spieler zu sehen bekommt und was nicht. Via Patch werden Inhalte entfernt, verändert und neue hinzugefügt. Bei allen Spielern. Ohne dass diese eine Möglichkeit haben, diese Veränderungen abzulehnen und trotzdem weiterhin das Spiel spielen zu können.

Hmm, und wenn ich genauer darüber nachdenke, dann haben wir diese Situation nicht nur bei MMOs, sondern auch bei den immer beliebter werdenden digitalen Vertriebsplattformen wie zB. Steam. Dort ist die Möglichkeit automatische Updates zu verweigern, im "Fabrikzustand" des Steam-Clients nach der Installation ausgeschaltet. Würde zB. ein prominenter Politiker aus Land A gegen Valve klagen, dass ein NPC-Model in Half-Life 2 ihm zu ähnlich sehe, das Model daher entfernt werden müsse und Valve, um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden (und um natürlich weiterhin problemlos Geschäfte mit Kunden aus Land A betreiben zu können), beim nächsten Update das Model austauscht/entfernt, dann würde dies auch bei Kunden passieren, die NICHT in Land A leben, denen es scheissegal ist, wem ein NPC-Model nun ähnlich sieht oder nicht. Und das nächste Mal ist es kein Model, sondern vielleicht eine Wandtextur mit einem Poster, bei dem der Leveldesigner im Rahmen des Spiel-Settings eine bestimmte Aussage machen möchte, die, aus dem Kontext gerissen, manchen Leuten aus Land B sauer aufstößt, worauf man Valve vor den Kadi zerren möchte usw. usf.

Möglich ist das, weil man Steam-Spiele nur mit dem Steam-Client starten kann und selbst ein Backup nach dem Restore einmalig wieder online "aktiviert" werden muss. Valve kann seinen Kunden vorschreiben, was diese sehen dürfen und was nicht. Steam ist DRM. Digital Restriction Management.

Das alles sollte man sich bewusst machen, wenn man Geld für MMOs ausgibt, wenn man Geld für DRM-verdongelte Produkte ausgibt. Man gibt das Recht auf, selbst bestimmen zu können, was man sich anschaut und was nicht. Zugegeben, das ist im Spielebereich auf Grund seiner unpolitischen Inhalte nicht ganz so dramatisch, aber gewöhnt man sich damit nicht an den Gedanken, nur noch rechtloser Empfänger fremdbestimmter Inhalte zu sein, die der Betreiber nach Belieben manipulieren kann?

Sicher, bei einem MMO kann ich einfach mein Abo kündigen, auslaufen lassen und dem Betreiber künftig kein Geld mehr geben, wenn mir die Veränderungen nicht passen. Es ist tatsächlich "nur" ein Spiel, ein harmloses Unterhaltungsprodukt. Sicher, ich brauche nicht unbedingt bestimmte iPhone-Applikationen, die Apple im Rahmen der technischen Möglichen des iPhones einfach vom Store und den Geräten selbst entfernen kann. Ich kann die von Amazon gelöschten eBooks auch problemlos aus anderer Quelle, so ganz analog und von etwaigen Rechteinhabern unkontrollierbar, beziehen und von allen inhaltlichen Veränderungen geschützt ins Bücherregal stellen. Man muss hier nicht das Bild einer neuen, perfiden und perfekten Möglichkeit der digitalen Bücherverbrennung an die Wand malen. Der Kindle ist nur ein Nischenprodukt, das iPhone ist nur ein Nischenprodukt, ein MMO ist nur ein Nischenprodukt und auf all diese Produkte kann man problemlos verzichten, ohne dass einem dadurch auch nur der kleinste Nachteil entsteht.

Aber man stelle sich nur vor, wenn es immer mehr dieser Nischenprodukte gibt, wenn immer mehr Menschen sich daran gewöhnen, keine Rechte mehr zu haben, weil es ja jetzt jeder tut. Man stelle sich nur vor, wenn "Fremdbestimmtheit" die Norm ist und all diese Nischenprodukte zusammengenommen über 90% des Marktes darstellen. Wenn bestimmte Geräte nur bestimmte Nachrichten anzeigen können, weil andere Nachrichten dem Betreiber oder dem Staat, in dem der Betreiber Geschäfte machen möchte, nicht in den Kram passen. Wenn man die große Masse effektiv und nach Belieben manipulieren kann, weil der Verzicht auf derartige Geräte, Plattformen und Produkte dazu führt, dass man sich selbst komplett aus der Gesellschaft ausgrenzt?

Von daher ... ich finde es gut, dass dieser Vorfall bei Amazon ausgerechnet (!) "1984" von George Orwell betraf. Denn heute kämpfen wir zusammen mit Ozeanien gegen Eurasien. Aber schon morgen werden alle Inhalte ausgetauscht und plötzlich haben wir schon immer mit Eurasien gegen Ozeanien im Krieg gelegen. Du glaubst mir nicht? Schau im Lexikon nach, im Geschichtsbuch. Da steht es doch Schwarz auf Weiß!

Dienstag, 14. Juli 2009

Wann ist man kein Fan mehr?

Wenn man angesichts der Mitteilung, dass für das kommende C&C4 auch im Singleplayer-Mode eine ständige (!) Onlineverbindung Pflicht ist, plötzlich feststellt, dass man auch ganz wunderbar ohne ein neues Command & Conquer auskommen kann.

Es ist tatsächlich nur ein Spiel ... und angesichts all der Massen an ungespielten, angespielten und erneut zu zu spielenden Titeln quer über alle Plattformen "brauche" ich, ganz rational betrachtet, in den nächsten Jahren auch kein einziges neues Spiel. Auch kein neues Command & Conquer. Was mich angesichts meiner heimlichen Manie für Mammoth-Tanks und Kane's Glatze doch ein wenig überrascht.

Und da hatte so mancher schon befürchtet, dass die Hacker- und Cracker-Szene angesichts der Abkehr EAs von Online-Aktivierung und der Rückkehr zu traditionellen Offline-DRM nun nichts mehr zu tun haben könnte :)

Dienstag, 23. Juni 2009

Die Ehrenrettung des John Romero

Wisst ihr noch? Damals? Als ein John Romero uns zu seiner Bitch machen wollte? Drei Jahre später wurde Daikatana endlich veröffentlicht, "begeisterte" die Menge mit Robo-Fröschen, den Spieler mit in den Wahnsinn treibenden, non-funktionalen Sidekicks und einem trotz aller Fehler durchaus unterhaltsamen Spiel, welches dem vorangegangenen Hype selbstverständlich nie gerecht werden konnte. Romero wurde zum Gespött der Branche, sein Ruf für immer ruiniert.

Wirklich für immer?

Nein!

Denn aktuell gaben 3DRealms im Rahmen einer Gegenklage bekannt, dass man Duke Nukem Forever NATÜRLICH noch weiterhin entwickeln wird und Take 2 sich samt ihren Forderungen vom Acker machen solle. Und dass man zudem sogar noch ein weiteres, bislang geheim gehaltenes Duke-Projekt in der Pipeline hat.

Toll, nicht?

Nur der dümmste Fanboy wird negieren, dass dies nur ein juristischer Trick in diesem schwebenden Verfahren ist. Nur der dümmste Fanboy wird immer noch "glauben", dass er eines Tages dieses Spiel jemals in den Händen halten wird. Aber es geht hier nicht um Fanboys und ihren verqueren Geisteszustand.

Es geht um die späte Ehrenrettung eines John Romero, der es immerhin geschafft hatte, seinen großspurigen Ankündigungen zumindest kleine Taten folgen zu lassen. Daikatana ist tatsächlich erschienen. Trotz aller Wartezeit in einem Bruchteil des Zeitraums, die man bei 3DRealms bislang an DNF vergeudet hatte.

John, Du hast das Maul vollgenommen, Du hast entsprechend und zu Recht dafür auch einstecken müssen. Aber Du hast es immerhin geschafft Daikatana fertigzustellen! Andere hingegen ...