Montag, 9. Februar 2009

Wider das digitale Vergessen

Dass ich gegen jedwede Form von DRM bin, ist ja kein Geheimnis mehr. Dass meine Motivation nicht daher rührt, dass ich ein ganz arg chlimmer Raubmordkopierer bin, der um künftige Downloads fürchtet (DRM war hier ja NIE ein Problem), sondern meine Sorge dem Umstand entspringt, dass ich als Kunde und Käufer meine erstandenen Inhalte unabhängig vom Willen Dritter einsetzen möchte, sollte sich mittlerweile ebenso herumgesprochen haben.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den folgenden Artikel hinweisen, der über ein EU-Projekt zur Archivierung von Computerspielen berichtet. "Keep" soll aber nicht die reinen Daten archivieren, sondern es sollen Emulatoren entwickelt werden, mit denen diese Inhalte unabhängig vom Vorhandensein zeitgenössischer Hardware- und OS-Umgebungen genutzt werden können.

Nun, es wäre schade, wenn dieses Projekt unnötigerweise das Rad neu erfindet. Es gibt bereits tonnenweise Emulatoren für (fast) jede alte Hardware, für (fast) jedes alte Betriebssystem. Idealerweise sollte man also auch vorhandene Emulatoren sammeln, archivieren und klassifizieren. Oder gar Emulatoren-Standards schaffen, an denen sich künftige Emu-Entwickler orientieren können. So weit, so gut ...

Was mir in diesem Zusammenhang aber vorschwebt, ist nicht nur die Bereitstellung einer technischen Infrastruktur, sondern tatsächlich die Schaffung einer großen Software-Bibliothek, wie es sie derzeit nur in Form diverser Abandonware-Seiten gibt, die ausnahmslos alle in der rechtlichen Grauzone des "Nicht ausdrücklich erlaubt, aber auch nicht explizit verboten" operieren. Wovon ich in diesem Zusammenhang naiverweise träume, ist eine Liberalisierung des Urheberrechts, die es ermöglicht alte Software (sagen wir, älter als 15-20 Jahre) automatisch in eine solche digitale Bibliothek zu überführen, ohne dass dafür extra die Erlaubnis des ursprünglichen Rechteinhabers eingeholt werden muss. Und jeder Mensch mit einem Internet-Anschluss und (meinetwegen) einer Bezahlmöglichkeit kann sich dann gegen eine geringe Gebühr (wenn's denn sein muss) aus dieser Bibliothek bedienen. Aus reinen Freizeitgründen, aus Forschungsgründen oder als Inspiration für die Entwicklung eigener, neuer Software.

Doch leider existiert diese Traumwelt nur in meiner Vorstellung, nur in meinem Kopf. Da draussen, in der Wirklichkeit, wehren sich die kommerziellen Rechteverwerter mit allen Kräften gegen jedwede Liberalisierung des Urheberrechts, wollen dies sogar derart drastisch verschärfen, dass, sollten sie ihren Willen bekommen, künftige Generationen bitter beklagen werden, welche unersetzlichen Kulturgüter auf Grund dieser kurzsichtigen, rein von Profit und Gier getriebenen Handlungsweise verloren gingen.

Gut, man mag einwenden, dass irgendeine banale Teenie-Klamotte, ein belangloses Hupfdohlen-Liedchen oder ein 08/15-Spiel aus der industriellen Bandfertigung der Major Publisher nicht gerade künstlerisch oder gesellschaftlich wertvoll sind. Nein, sind sie nicht. Die Menschheit wird es verschmerzen können, wenn diese Werke nach Ablauf ihrer kommerziellen Lebensdauer für immer vom Antlitz der Erde verschwinden.

Aber sie sind dennoch Teil unserer Kultur, Teil dessen, was unsere Gesellschaft ausmacht. Und es wäre höchst bedauerlich, wenn wir unsere Gegenwart, unser Sein, nicht in die Zukunft retten können, weil es für einige wenige unter uns nicht profitabel genug ist ...

Samstag, 7. Februar 2009

Umtauschbedarf

So mal auf die Schnelle gesagt ...

Die ATI 4850 zeigt eine respektable Leistung. Da gibt es nichts zu meckern. Was die Hardware betrifft, so bin ich hochzufrieden. Einzig dieses Catalyst Control Center ist eine verbuggte, gräßliche Grütze. Deutlich schlimmer als alles, was ich im Laufe der letzten Jahre von Nvidias Detonator-Fuckups gewohnt war. Etwa zwei von zehn Spielen, die ich in den letzten zwei Wochen im üblichen "Mal sehen, was die Hardware so alles kann" durch die RAM-Riegel jagte, konnten nur mit Bastelei, mit Detailabstrichen oder erst gar nicht vernünftig betrieben werden.

So hat man ATI offenbar Probleme den Treibern den korrekten Umgang mit Dynamic Lighting beizubringen, was im Falle eines "The Witcher" zu zT. heftigen Graphikfehlern führt, wenn ich bei den dynamischen Lichtquellen die maximale Detailstufe wähle. Oder das Spiel startet erst gar nicht, wie bei "Far Cry". Ganz übel trifft es aber Titel, die massiv auf Geometrie-Instanzierung setzen, einem DX9-Feature, mit dem man die Darstellung identischer Meshes, wie zB. Gras und Bäume, deutlich beschleunigen kann. Aber dann auch nur, wenn man das Catalyst Control Center installiert, um auf all die Features zurückgreifen zu können, welche mir die Hardware bieten kann. Nehmen wie zB. "Supreme Commander". Ohne ein installiertes CCC, nur mit den Bildschirmtreibern ist alles in Ordnung. Sauberer, flüssiger Bildaufbau mit allen Details, welche sich Chris Taylors Jungs in der Zwischenzeit haben einfallen lassen. Keine Beschwerden, keine Probleme. Mit dem CCC jedoch ...



Yeehaw!

So richtig lustig wird es dann, wenn in der aktuellen Catalyst-Oberfläche für Vista64-Treiber der Menüpunkt zum Abschalten der Geometrie-Instanzierung nicht aufzufinden ist, weil die Entwickler bei ATI scheinbar dachten, dass man sowas doch gar nicht mehr benötigt. *tischkante in kleine stücke zerbeiss*

Es bewahrheitet sich also das klassische Vorurteil, dass ATI zwar die zT. deutlich bessere GPU-Hardware bauen kann, in Punkto Treiber Nvidia dem Konkurrenten trotz etlicher Detailmängel aber immer noch um Lichtjahre voraus ist. Wie gesagt, mit Nvidia-Graphiktreibern habe ich auch so meine Ärgerlichkeiten gehabt, aber bei weitem nicht das Gefrickel, welches ich mir nun seit zwei Wochen fast täglich geben muss.

Am Montag gehe ich zum Händler und bitte ihn freundlich und höflich mit gezogener Schrotflinte, dass er mich doch die ATI-Karte gegen eine Nvidia-GPU umtauscht. Denn was nützt mir die schönste Hardware, wenn sich der Hardware-Hersteller auf Grund besch... Treiber ständig selber ein Bein stellt.

Und wer mir die ganze Zeit über von ATI abgeraten hat, darf mich jetzt gerne und vollkommen zu Recht herzlich auslachen ...

Freitag, 6. Februar 2009

Karriereberatung

Vor einiger Zeit hatte ich angesichts meines Heißhungers nach spassigen Arcadeshootern ja gemutmaßt, dass mir ein Spiel wie "Legendary" ganz gut gefallen könnte, weil es ein interessantes Setting hat und auf jedweden Simulations- und Realismusaspekt pfeifft.

Wie gesagt, rein von der Papierform her ... klingt gut! Sehr gut sogar!

In der Praxis jedoch ... *schauder*

Legendär sind an diesem Werk lediglich diverse Skriptsequenzen, wenn Greifen und wolkenkratzerhohe Golems à la Godzilla die Stadt New York großflächig in Schutt und Asche legen, während man als winzigste Spielfigur sich mitten in diesem Chaos wiederfindet. Das ist nett anzusehen, zT. höchst beeindruckend, auf dem neuen Rechner ruckelt auch goar nix, doch effektvoll inzensierte Skriptsequenzen machen noch lange kein gutes Spiel.

Wer mag, der schaue sich ein paar Screenshots an, die zT. wirklich hübsch geraten sind. "Legendary" macht in Form eines stillstehenden Bildes durchaus etwas her.



Mir hat's aber nach einer halben Stunde aktiven Spieles gereicht. "Legendary" ist legendär öde, fade, nervig und billig. Und es gibt als schludrig runtergerissener PC-Port natürlich nur zT. meilenweit auseinanderliegende Savepoints. Auch meinte man bei Atari das Spiel mit dem üblichen Online-Securom-Arschfick zu versehen. Ich meine hingegen, dass man sich in seiner kostbaren Freizeit doch bitte, BITTE mit anderen Dingen beschäftigen sollte.

Und an Spark Unlimited, die Entwickler, ein kleiner Tip:
Jungs, wie man auch bei "Turning Point: Fall of Liberty" schön sehen kann, habt ihr ein feines Händchen für geradezu bombastische Ingame-Sequenzen. Ganz ehrlich, große Klasse. Sobald man jedoch selber spielen muß, läuft es einem nur noch kalt den Rücken runter. Was haltet ihr dann also davon, euer Talent für die Gestaltung eindrucksvoller Intros einzusetzen und das eigentliche "Spiele machen" den Leuten überlasst, die davon etwas verstehen? Na, wär das was?

Na gut, war ein Anspielversuch wert. Hätte ja auch klappen können. Also wieder zurück zu Company of Heroes, um sich für das kommende, angeblich DRM-freie Release von "Dawn of War 2" fit zu machen :)

Dienstag, 3. Februar 2009

Die Lösung sitzt (manchmal) zwischen Stuhl und Tastatur

Nachdem ich mich im Rahmen der (vielleicht?) Verursachung und Behebung der gestrigen Verbindungsprobleme nicht gerade mit Ruhm bekleckert habe, möchte ich mir nun selber ein wenig auf die Schultern klopfen und dem geneigten Leser ein paar Tips geben, wie man beschissene Graphiktreiber überlistet.

Wie beim alten Rechner, so war es auch bei der neuen Hardware ein höllenmäßiges Gefrickel, den GPU-Treiber zur korrekten Verwendung und Anzeige des Displays über den DVI-Anschluss zu bewegen. ATI steht hier dem Nvidia'schen Chaos in nichts nach. Nicht, dass ich mich zu diesem Thema als Experte bezeichnen würde, aber wer zur Hölle baut hier denn Bockmist? Die Treiber-Entwickler oder die Bildschirm-Hersteller, die EDID-Standards schlampig implentieren?

Doch zurück zu meinem eigenen Herumgewürge ...

Wie letztlich schon erwähnt, gibt es auch mit ATI-Treibern erhebliche Probleme das Windows-Bildsignal über DVI an den TFT auszugeben. Was im Grunde eine dreiste Unverschämtheit ist, denn man legt sich ja keinen TFT zu, nur um dann doch wieder mit analoger VGA-Ausgabe zu leben. Da die derzeitigen Probleme ihren Grund in nachweislich verbuggten Catalyst-Treibern haben, kann man zumindest dieses Problem aber lösen, in dem man zuerst beide Anschlüsse belegt, DVI und Analog gleichzeitig (notfalls mit Adaptern), danach in der Catalyst-Oberfläche beide Monitore als Clone zusammenlegt und danach in den Bildschirmoptionen die automatische Erkennung der EDID-Infos des Bildschirmes ausschaltet, weil selbiger vom Windowstreiber scheinbar mit zu hoher Bildwiederholungsrate angesteuert wird. Anschliessend wählt man manuell die passende Default-Auflösung mit der passenden Default-Frequenz aus. In meinem Falle nicht 1680x1050 mit 75Hz, wie es der Bildschirm meldet, der Treiber aber nicht gebacken bekommt, sondern 1680x1050 eben mit nur 60Hz!

Abspeichern. VGA-Anschluss abmontieren, Rechner neustarten und beten ... YESSS!

Jetzt kann der Monitor den Windows-Desktop endlich nur über DVI anzeigen, was sich sofort in einem deutlich schärferen Bild auswirkt. Was der derzeitige Catalyst-Treiber aber nicht kann, ist die korrekte Behandlung und Anzeige der im Treiber eingestellten Aspect Ratios. Egal, wie ich dort was verändere, das Bild von Applikation, die nur 4:3 beherrschen, wird immer auf 16:10 gestreckt. Zumindest hier haben die Nvidia-Treiber noch die Nase ein wenig vorne.

Würde ich den Verschwörungsschalter im Kopf umlegen, einige Minuten ruhig nachdenke, annehme, dass hinter jedem Ereignis ein fester Plan steckt, könnte man vermuten, dass derart schludriges Gefrickel mit vollster Absicht passiert, weil die Publisher die Hardware-Hersteller dafür bezahlen, dass ältere Spiele mit nur 4:3-Auflösungen möglichst häßlich aussehen und eine Skalierung des Bildschirminhaltes möglichst kompliziert einzustellen und verbuggt ist, damit die Kunden sich nicht länger mit alten Spielen beschäftigen und sich stattdessen neue Spiele mit nativer Widescreen-Auflösung zulegen.

Aber das wäre ja paranoid, wenn man sowas annehmen würde, nicht wahr?

Das Problem sitzt zwischen Stuhl und Tastatur

Seit gestern mittag nerve ich abwechselnd Telekom und T-Online, weil auf einen Schlag keine Verbindung mehr ins Internet möglich ist. Egal, was ich tue, es will nicht. Ich überprüfe alle relevanten BIOS-Einstellungen. Nix Verdächtiges und ein Reset auf Default-Werte löst das Problem auch nicht. Ich wechsle das Modem aus, ich wechsle die Kabel aus. Die Telekom-Leitungsprüfung meldet keine Probleme, bis zum Router kann alles perfekt erreicht werden.

Vista (und ein frisch parallel installiertes XP) spucken aber immer wieder die Fehlermeldung aus, dass der Remote-Server nicht erreicht werden kann. Eine Fehlermeldung, die ich normalerweise nur dann kenne, wenn entweder Telekom oder T-Online größere Probleme haben. Und zwei von den sechs CallCenter-Agents, die ich gestern unter unterschiedlichen Nummern anrufen durfte, erzählten mir, dass derzeit eine fette Störung vorliegt und ich deswegen nicht ins Netz komme. Rufe ich aber bei Freunden in der nahen Umgebung an, die den gleichen Provider haben, ernte ich nur ein ratloses Achselzucken und die Antwort, die man als Lösungssuchender ja eigentlich hasst wie die Pest: "Also, bei mir geht's!".

Ich schraube sodann den alten Rechner zusammen. Ich kann mich damit einwählen. Arghlll!

Frustriert sitze ich vor dem Gehäuse des neuen Rechners und versuche mich abzuregen, bevor ich losziehe, um dem Händler das Mainboard mit dem anscheinend defekten LAN-Modul um die Ohren zu hauen.

In einem letzten Versuch dieses Rumgenerve zu vermeiden, gehe ich nochmals sorgfältig alle Einstellungen durch. Ich schaue mir nochmals en Detail die Vista-eigene Netzwerk-Übersicht an. Vielleicht habe ich etwas übersehen. Dabei fällt mir auf, dass zwischen Router und PC eine eingeschränkte Netzwerkverbindung besteht. Gut, "Auffallen" stimmt nicht ganz, da dieses Symbol schon von Anfang an angezeigt wurde, die Verbindung zum Provider trotzdem gelang und ich dieses Warnsymbol noch vom alten Rechner her kenne, weil Nvidia keine vernünftigen NForce2-Treiber für aktuellere XP-Versionen bereitstellen wollte.

Hmmm, ich lasse mir alle Details zu dieser eingeschränkten Verbindung anzeigen.

Das Netzwerk wird als "Öffentlich" aufgeführt und es wird erwähnt, dass dadurch bestimmte Einschränkungen auftreten können. Ich ändere den Netzwerkstatus von "Öffentlich" auf "Privat". Das Warnsymbol verschwindet. Ich stelle eine Verbindung zum Provider her.

Halleluja, ich bin wieder online!

Und nehme mir fest vor, mich nicht über wild ausufernde Aussagen und Falschmeldungen seitens des Provider-Supports aufzuregen. Stattdessen nehme ich mir fest vor mich darüber zu freuen, wieder ein Stück mehr über Vista gelernt zu haben. Der Umstand, dass eine parallele XP-Installation aber mit exakt den gleichen Fehlermeldungen aufwartete, interpretiere ich als gelernter Naturwissenschaftler einfach als statistischer Messreihenausreisser und ignoriere diese Daten.

Ich bin wieder online *freu*

Nein, ich bin nicht internet-süchtig. Ist einfach nur ein essentieller Bestandteil meines Lebens geworden.

Montag, 2. Februar 2009

Ich brauche einen Teracore-Rechner!

Mörder-Hardware! QuadCore neuester Baureihe! Brutalstpower-Graphikkarte! RAM bis zum Abwinken. Schnellste Festplatten. Leistung satt!

Und trotzdem, trotzdem ruckelt "Siedler 6 - Aufstieg eines Königreiches" immer noch. Obwohl mir nun Hardware zur Verfügung steht, welche die empfohlenen System-Voraussetzungen dieses Spieles ganz klar und deutlichst überschreiten. Obwohl ich das Spiel auf gänzlich anderer Hardware und in einer anderen OS-Umgebung betreibe. Warum ruckelt das Teil denn immer noch? Habe ich letzte Woche einen Scheiss-Rechner gekauft? Hätte ich doch auf Intel/Nvidia setzen sollen? Oh mein Gott, Siedler 6 ruckelt immer noch *kreisch*



Ein Blick in die offiziellen Ubisoft-Foren vertreibt aber schnell jeden potentiellen Angstschweiß, der mir angesichts des Gedankens, doch zuviel Geld für zu schlechte Hardware ausgegeben zu haben, theoretisch auf der Stirn stehen könnte. Denn dort erfahre ich ...

Siedler 6 ist eine verbuggte Grütze, die auf zT. deutlich schwächeren Rechnern anständig läuft und auf anderen Rechnern, deren Hardware-Leistung dicke ausreichen sollte, beim Scrollen permanenten Schluckauf hinlegt. Und umgekehrt. Denn um die Sache eine Tick "reizvoller" zu machen, gibt es keine Gemeinsamkeiten. Jedwede Kombination von OS, CPU- und GPU-Hersteller ist von diesem Fehler betroffen. Oder eben nicht.

Lösung? Manchen gelingt es, durch Ausprobieren verschiedener Treiberversionen für die Graphikkarte das Ruckeln zwar nicht gänzlich abzuschalten, aber zumindest einzudämmen. Andere schalten diesen oder jenen im Hintergrund laufenden Dienst ab. Dritte wiederum verzichten auf das Scrollen via Maus und Bildschirmrand und benutzen nur die Pfeiltasten, wodurch es beim Scrollen der Karte nachweislich etwas weniger ruckelt. Aber nicht viel. Nur etwas. Ein wenig.

Na toll! Da starte ich doch lieber ein "Company of Heroes", welches so wunderbar weich über den Bildschirm flutscht, wie man es angesichts der nun zur Verfügung stehenden Hardware erwarten kann. Oder tue es einem Bekannten gleich, der mit Begeisterung die Next Generation-Neuauflage von Siedler 2 inklusive aller Addons spielt. Hier ruckelt nämlich nix. Grundsätzlich und nicht nur, wenn es dem Programm in den Kram passt!

Da ich jedoch bislang alle Siedler-Teile mit Freuden gespielt habe und selbst ein Siedler 5, trotz des Umstandes, dass es eigentlich kein Siedler-Spiel, sondern nur ein x-beliebiges RTS ist, meine Gunst gefunden hat, werde ich mir in einem letzten Versuch das Addon zu Siedler 6 besorgen. Ansonsten kaufe ich mir Rechenzeit auf einem Cray oder bastele mir eine eigene CPU-Cloud.

Wahlweise könnte ich auch Ubisoft/Bluebyte verfluchen.

Arghlll, ich hasse das ...

Sonntag, 1. Februar 2009

Avianum - Das Adventure

Es ist Samstag Nacht. Es ist draussen dunkel. Was angesichts des Umstandes, dass es eben Samstag Nacht ist, nicht wirklich verwundert. Es ist auch draussen sehr kalt, was ebenfalls mit einem schnellen Blick auf den Kalender als natürlicher Normalzustand abgehakt werden kann.

Ein wenig verwunderlich ist es aber, wenn man bei lecker Vinho Tinto und Kerzenschein durch lautes Blattgeraschel und aufgeregtes Geflatter aus dem Baum vor dem Fenster ein wenig gestört wird. Definitiv NICHT normal ist der kurz darauf folgende *popp*-Laut, mit dem sich ein Buchfink-Weibchen durch das leicht gekippte Fenster quetscht. Nach zwei panischen Runden im Wohnzimmer dreht der Vogel in Richtung Schlafzimmer ab, um den Flug dort mit einem satten Klatschen an der Zimmerecke zu beenden und hinter einem Tisch zu verschwinden.

Die Cutscene endet und der Spieler übernimmt nach einem kurzen Moment der Fassungslosigkeit die Kontrolle über das Geschehen.

- Öffne alle Fenster der Wohnung.

Du hast alle Fenster geöffnet, durch die zwar Kälte einströmt, der Vogel bleibt dennoch unter dem Tisch sitzen.

- Knie nieder und krieche unter den Tisch.


Ein Paar kleiner, schwarzer Knopfaugen schauen Dich panikerfüllt an.

- Wedele mit den Händen in Richtung des Vogels.


Der Blick scheint eine Spur panischer zu werden, das Weibchen bleibt trotzdem still in der Ecke sitzen. Vielleicht verschwindet der Menschenberg ja von alleine ...

- Stehe auf und schaue ratlos aus der Wäsche.


Der Vogel bleibt sitzen.

- Verlasse das Zimmer und suche in der Küche nach einem großen Plastikbecher für Operation "Käseglocke".


Der Vogel flattert die Wand hoch und schafft es, sich direkt nebem dem offenen Fenster auf ein Regal zu setzen.

- Rede ruhig und langsam auf das Weibchen ein. Mache ihr Komplimente, wie toll die Staubfuseln im Gefieder aussehen.


Der Vogel bleibt sitzen und schaut Dich immer noch panisch aus kleinen, schwarzen Knopfaugen an. Draussen raschelt es ein zweites Mal heftig im Baumgeäst und ein zweiter Vogel macht sich aus dem Staub. Das Männchen? Eine Rivalin? Ein gemeingefährlicher Raubvogel mit einem Flattergeräusch von Sperlingsgröße?

- Wedele hektisch mit den Händen, um das Tier die 20 Zentimeter zum offenen Fenster zu treiben.


Der Vogel fliegt in die Gegenrichtung los, knallt dumpf gegen die hintere Zimmerwand und rutscht zum Entsetzen aller Anwesenden kratzend und piepsend in den schmalen Spalt zwischen Wand und Kleiderschrank. Du denkst nur noch: "Scheisse!" und überlegst ernsthaft, was jetzt sinnvoller wäre. Den Vogel seinem Schicksal zu überlassen und erst morgen früh, wenn es wieder hell ist, den Schrank ausräumen, die Kleiderstangen zwischen Schrank und Wand abzuschrauben und den wuchtigen Regalüberbau, der Schrank und Wand verbindet, abzubauen, um den Schrank soweit vorrücken zu können, dass man die Vogelleiche entfernen kann, bevor sie zu stinken anfängt. Oder die nächsten Stunden der Nacht mit hektischen Rettungsarbeiten zu verbringen ...

- Du räumst hektisch den Teil der Wand neben dem Schrank frei.


Im Wohnzimmer stapeln sich Weidenkörbe und tonnenweise Klamotten.

- Benutze Taschenlampe mit Spalt.


Inmitten langer, dicker Staubfäden hockt ein kleines, verhuschtes Federbündel.

- Benutze Staubsauger mit Vogel.


Bist Du Dir sicher, dass Du das tun willst?

- Benutze Staubsauger mit Spalt.


Vorsichtig wird soviel Staub eingesaugt, wie nur möglich, um einen klareren Blick auf das Tier zu bekommen.

- Benutze langen Schuhlöffel mit Vogel.


Der lange Schuhlöffel ist zu kurz. Das Weibchen schafft es in seiner Panik, sich noch tiefer in den Spalt zu drücken. Du fluchst. Laut. Deutlich. Anhaltend.

- Du räumst den Regalüberbau aus, um mit der Demontage der Schrankwand beginnen zu können.


Die Stapel im Wohnzimmer werden größer. Der Vogel sitzt immer noch tief hinten im Spalt.

- Die Vorstellung, die Nacht mit Schrankausräumen und -abbau zu verbringen, stößt auf wenig Begeisterung. Du benutzt also einen auf volle Länge ausgeklappten Meterstab, um das Tier nach vorne zu treiben, zu schieben.


Es ist zu dunkel, um etwas zu erkennen, weil der Spalt ganz hinten sehr schmal ist. Im Lichtkegel der Taschenlampe sind nur dicke, graue Staubflocken zu sehen.

- Du montierst die Taschenlampe so zwischen Wand und Schrank, dass Du beide Hände frei hast, um den ausgeklappten Meterstab so zu halten, dass er nicht mehr den Lichtkegel verdeckt.


Du glaubst, weit hinten ein kleines Federbündel erkennen zu können.

- Benutze Meterstab mit Federbündel. Halte Luft an.


Ein Dust Puppy nicht unähnliches Tier flattert aus dem Spalt, um es mit letzter Kraft gerade mal ein paar Zentimeter in die freie Fläche zu schaffen.

- Benutze Plastikbecher mit Vogel.


Dust Puppy schaut Dich aus kleinen, schwarzen Knopfaugen ganz groß an.

- Setze das Tier auf das Fensterbrett und schliesse alle Wohnungsfenster.


Gut, dass Du die Fenster geschlossen hast. In der nächsten Viertelstunde fliegt das Weibchen mehrmals gegen die Fensterscheibe, weil es scheinbar komplett die Orientierung verloren hat.

Oder weil da draussen größere Schrecken lauern, als hinter einem Kleiderschrank elendig zu verrecken ...

*schallenendes Gelächter dröhnt aus dem Off, während die Kamera langsam aus dem Schlafzimmer in den Hof hinausfährt, nach oben schwenkt und das Sternenlicht verdeckende dunkle Schatten am Hímmel zeigt, während die Lichtflecke aus den Wohnungsfenstern der Stadt immer kleiner und winziger werden*

Eigentlich mag ich Vögel. Sehr sogar. Nicht nur in Form von Brathühnchen. Gestern Nacht jedoch ...